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Freitag, 3. März 2017

Ergebnisse aus Bericht über die Machenschaften der Moslembruderschaft in Schweden werden "angezweifelt"


Von Lee Roden für www.TheLocal.se, 3. März 2017

Ein Bericht, der die schwedischen Zivilverteidigungsbehörde (MSB) in Auftrag gegeben hat, und mit dem der Einfluss der islamistischen Moslembruderschaft im Land untersucht werden sollte, hat eine Debatte ausgelöst, da mehrere Forscher die verwendeten Methoden und Schlussfogerungen kritisierten.

Der Bericht schlussfolgert, dass die Moslembruderschaft insgeheim Islamisten dabei anleitet, in Schweden eine Parallelgesellschaft aufzubauen, indem sie Organisationen und Partein im Land infiltriert [und offenbar auch die Forschergemeinde, d.Ü.].

Daneben wird auch behauptet, das es eine "etablierte Wertestruktur in der politischen Elite des Landes gibt, nach der den Bürgern vorgeschrieben werden soll, wie sie 'Minderheiten' gegenüber auftreten sollen".

In einem Blogeintrag, der von 22 schwedischen Forschern unterzeichnet ist und bei denen es sich um Spezialisten für religiöse Studien handelt, wurden die Behauptungen bezeichnet als "fast verschwörungstheoretisch" und die Studie insgesamt dafür kritisiert, dass sie vorige Forschungsergebnisse ignoriert und die Schlussfolgerungen mehr auf persönlichen Ansichten, denn auf Beweisen beruhen.

Die Vorstellung, wonach Islamisten in Schweden heimlich eine Parallelgesellschaft aufbauen ist laut den 22 Forschern "eine Schlussfolgerung, die gegen alle bisherigen Forschungsergebnisse" in dem Bereich sprechen. Jan Hjärpe, ein Professor für Islamstudies an der Universität von Lund war einer der 22 Forscher, die den Blogeintrag unterzeichnete und er sagte zu The Local:


"Der Hauptmangel an dem Bericht besteht darin, dass die bereits an schwedischen und nordischen Universitäten bestehende islamische Forschung offenbar völlig außen vorgelassen wird.

Die Unterzeichnerliste besteht größtenteils aus aktiven Forschern, die in einem ganzen Spektrum relevanter Aspekte bereits tiefgreifende Studien durchgeführt haben. Es ist erstaunlich, dass die MSB diesen Bericht hat anfertigen lassen, ohne auf die vorhandene Expertise zurückzugreifen. Ich vermute, es liegt an der Ignoranz seitens der Behörde."

Die MSB dagegen verteidigte den Bericht und sagte, dass es sich dabei um eine Machbarkeitsstudie handelt, die unter anderem dazu erstellt wurde, um Bereiche auszumachen, in denen weitere Studien und Forschungen notwendig sind. Die Leiterin der MSB Anneli Bergholm Söder sagte in einer Presseveröffentlichung:

"Die Machbarkeitsstudie ist kein Forschungsbericht, sondern eine Studie, die der MSB dabei helfen soll zu sehen, was wir in diesem Bereich noch an Studien und Forschungen benötigen. Um der MSB die Möglichkeit zu verschaffen, Einflusspersonen zu identifizieren und anzupsprechen und die Verbreitung von irreführenden Informationen über Schweden zu verhindern, müssen wir mit unterschiedlichen Wissensquellen arbeiten.

Verantwortlich für den Inahlt der Vorstudie sind die Autoren. Selbstverständlich werden wir die Ergebnisse bewerten und in diesem Fall werden wir weitere Studien und Forschungen durchführen müssen. Die fortgesetzte Debatte über die Studie und ihre Erkenntnisse sind wichtig und dienen als konstruktive Kritik für das weitere Vorgehen."

The Local kontaktierte am Freitag Magnus Norell, den Hauptautor des Berichts, allerdings war er wegen einer Reise nicht erreichbar. Als Antwort auf den Blogeintrag sagte er zuvor dem Staatssender SVT:

"Sie haben mit ihrer Kritik begonnen, bevor sie mit dem Lesen begannen? Man muss den Bericht schon lesen. Wenn jemand das nicht machen will, dann kann ich nicht viel ausrichten. Es ist bewiesen."




Im Original: Debate rages in Sweden over Muslim Brotherhood repor

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