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Donnerstag, 1. Dezember 2016

Venezuelas Hyperinflation





Von Martin Armstrong für www.ArmstrongEconomics.com, 30. November 2016


Die Hyperinflation in Venezuela ist das unmittelbare Ergebnis, das dann herauskommt, wenn die allgemeine Öffentlichkeit ihr Vertrauen in die Regierung komplett verliert. Die gegenwärtige Hyperinflation erinnnert an jene in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg, die ebenfalls das Ergebnis einer kommunistischen Revolution war, sowie dem Sturz der Regierung, worauf dann die Weimarer Republik entstand. Venezuelas Währung wurde buchstäblich wertlos, wie es auch in Japan der Fall war, als die Menschen schlichtweg keine Münzen akzeptierten, welche von der japanischen Regierung herausgegeben wurden. In diesm Fall entwertete jeder neue Kaiser das Geldangebot auf 10% der neuen Währung. Dies führte dazu, dass die Japaner chinesische Münzen verwendeten, aber keine japanischen.

In nur zwei Monate verlor der Bolivar 50% seines Wertes, nachdem er das erste Mal unter die psychologische 2.000er Marke fiel. Wo sich die Japaner auf chinesische Münzen verliesen, verwendet man in Venezuela US Dollar. Das selbe geschieht gerade in Indien, nachdem die Regierung einen Großteil der Geldnoten entwertete.

Öl ist für fast 95% von Venezuelas Exporten verantwortlich und macht 25% des BIPs des Landes aus. Viele Ökonomen schieben die Schuld auf Venezuelas sozialistische Regierung, weil sie die Budgets nicht anständig verwaltete und sich zu sehr auf ölabhängige Industrien verliess. Für einen Poliker ganz klassisch hat Präsident Maduro die Verantwortung für den Zustand seines Landes von sich gewisen und die Situation anstatt dessen auf einen "Wirtschaftskrieg" geschoben, der von ausländischen Unternehmen vor allem aus den USA gegen das Land geführt wird.

Venezuelas Probleme begannen 2014, als der Ölpreis nach unten ging. Da sie das Land nicht von seiner Ölabhängigkeit wegbrachte, verlor die venezuelanische Regierung das Vertrauen des Volkes und war dazu gezwungen mehr Geld zu drucken, um trotz der mangelnden Einnahmen die Rechnungen zahlen zu können. Da die Warenpreise weiterhin nach oben gehen, begannen Venezuelas Ladenbetreiber damit, die Bolivarnoten nicht mehr zu zählen, sondern zu wiegen und der Schwarzmarkt für alternative Währungen - vor allem US Dollar - ist allgegenwärtig.

Der Schlüssel zur Hyperinflation ist nicht eine Frage des Geldes, sondern eine des Zusammenbruchs des öffentlichen Vertrauens. Erst der Rückgang an Vertrauen sorgt dafür, dass die Regierung mehr Geld drucken muss, um die Ausgaben decken zu können. Die Annahme, dass es nur um den Anstieg des Geldangebotes geht setzt voraus, dass die Menschen nur auf die Geldmenge achten. Es sind aber vielmehr die Menschen, die den Zusammenbruch antizipieren und entsprechend handeln, was dann die Regierung dazu veranlasst, die Geldmenge zu erhöhen.



Im Original: Venezuelan Hyperinflation

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