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Donnerstag, 1. Dezember 2016

Über die Armut unter Europas Roma Gemeinde


Von The Data Team für www.Ecomomist.com, 30. November 2016

Umsiedelungen sind eines der dornigsten Probleme, die mit dem Anstieg der Migration in Europa einhergehen. Politiker und Experten debattieren regelmässig darüber, wie die Neuankömmlinge integriert werden können, und wie gut sie sich danach zurecht finden werden. Wenn die Fortschritte der Romabevölkerung auf dem Kontinent ein Indikator sind, dann könnte den Neuen auf dem Kontinent ein Leben in Armut drohen. Eine neue Umfrage der EU Behörde für fundamentale Rechte (FRA) zeichnet ein düsteres Bild der Lebensbedinungen von Europas größter ethnischer Minderheit.


Armutsrisiko 2016 | Hatten in den letzten 4 Wochen Arbeit [rot: Roma; blau: der Rest]


Insgesamt besteht bei 17% aller EU Einwohner das Risiko zu verarmen. Laut FRA liegt dieser Anteil bei Roma bei 80%. Fast ein Drittel von ihnen lebt in Haushalten ohne fliessendes Wasser, etwa die Hälfte verfügt über keine Toilette, Dusche oder ein Badezimmer. Lediglich 30% der erwachsenen Roma ging im letzten Monat einer Arbeit nach, was weniger als der Hälfte des Anteils unter der übrigen Bevölkerung entspricht. Hinzu kommt das niedrige Bildungsniveau unter Roma: In Griechenland schneidet die Romagemeinschaft besonders schlecht ab, da 42% der 16-24 jährigen über keinen Schulabschluss verfügen.


Anteil Roma an Schulen (rot: fast nur Roma; hellrot: überwiegend Roma) 


Ein Phänomen, dass die Armut verschärft scheint die Segregation zu sein. In etwa 60% der europäischen Romabevölkerung lebt in ghettoisierten Gebieten, die jeweils stark mit Armut in Verbindung stehen. Die Bildungssegregation ist vor allem in Bulgarien vorherrschend, wo 27% der Romakinder im Alter von sechs bis 15 Schulen besuchen, in denen alle der selben Ethnie angehören. Aber selbst in Schulen mit gemischten Ethnien werden viele Romakinder in eigene Klassen eingeteilt. Der Bericht stellt heraus, dass die Segregation manchmal dadurch erreicht wird, dass sie in Sonderschulen für behinderte Kinder unterrichtet werden. In der Slowakei etwa besuchen 10% aller jungen Romakinder solche Einrichtungen.

All das sind keine guten Zeichen im Hinblick auf die Masse an Flüchtlingen, die gerade an Europas Küsten anlandet. Auch wenn die Gemeinschaft der Roma eine besonders ausgegrenzte Gruppe ist, so zeigt es doch, wie tief ethnische Gräben gehen können - und wie lange der dadurch entstehende Schaden anhalten kann.




Im Original: Poverty among Europe’s Roma community

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