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Montag, 5. Dezember 2016

Enthüllte Akten zeigen, dass beide Seiten des Jemenskrieges von den USA ausgebildet und bewaffnet wurden

Tod und Zerstörung im Jemen - Made in USA

Von Alice Salles für www.TheAntiMedia.org, 2. Dezember 2016

Nach dem Veröffentlichen von 500 Dokumenten der US Botschaft in Sanaa im Jemen erklärte Wikileaks, warum diese Enthüllung wichtig ist.

"Der Krieg im Jemen produzierte bislang 3,15 Millionen Menschen, die innerhalb des Landes auf der Flucht sind," so eine Stellungnahme dazu. "Obwohl die Regierung der Vereinigten Staaten die meisten der Bomben des Krieges bereitstellten und obwohl sie tief in diesen Krieg verwickelt sind," meint die Organisation, würden die westlichen Medien völlig versagen, ihre Arbeit zu machen, da sie die Öffentlichkeit nur selten über Amerikas Aktivitäten darin informieren.

Die enthüllten Dokumente entstanden während Hillary Clintons Zeit im Außenministerium, wie auch während der ersten beiden Jahre, in denen John Kerry das Amt innehatte, wobei das letzte Dokument kurz vor Ausbruch des Krieges im Jemen entstand.

Da der Jemen ein Gebiet im Mittleren Osten kontrolliert, "durch das täglich 11 Prozent des Weltrohöls transportiert wird," wie WikiLeaks auf der Startseite der Jemendokumente mitteilte, dreht sich Saudi Arabiens Interesse an dem Land um dessen Lage am arabischen Meer.

Da der Iran und die Vereinigten Staaten ein gemeinsames Atomabkommen unterzeichneten - eine Entwicklung, die den Saudis nicht gefiel - könnte der Iran bald wieder auf den Weltmarkt für Öl zurückkehren. Viele meinen, dass Irans enge Beziehungen zu benachbarten Ländern, wie etwa Syrien, für Saudi Arabien ein Grund ist, das Land als Konkurrenz aufzufassen.

Mit den zweitgrößten Ölreserven der Welt bleibt das saudische Königreich ein großer Ölanbieter. Nichtsdestotrotz schwindet der Einfluss des Landes auf die globalen Ölpreise zunehmend, da andere Länder, wie etwa Russland ihre Kapazitäten ausbauen.

Mit dem nun hinzukommenden Iran wurden die Houthi Rebellen im Jemen, bei der es sich um eine shiitische und abgeblich vom Iran unterstützte Miliz handelt, von den Saudis als Rechtfertigung für einen Eingriff in dem Land angeführt. Mit der Installation einer saudisch kontrollierten Regierung im Jemen und der Möglichkeit könnten sie den schiitischen Einfluss aus der Region verbannen und sie hätten einen besseren Zugang zum arabischen Meer, wo "weitere 20% des globalen Rohöls durch die Strasse von Hormuz passiert." Andernfalls, so WikiLeaks, könnte der Iran am Ende "[Saudi Arabiens] andere Ölverschiffungslinie entlang des roten Meeres bedrohen."

Während das gemeinsame Vorgehen zwischen Saudi Arabien und den Vereinigten Staaten im Jemen gut dokumentiert ist, so werden direkte Eingriffe der USA im Jemen oftmals zurückgewiesen.

In einem der von WikiLeaks enthüllten Dokumente sagte US Oberst Randolph Rosin zu Generalmajor Ahmed Al al-Ashwal, dem Generalstaabschef der jemenitischen Luftwaffe zwischen April 2006 und Dezember 2014, dass er sich freut "eine starke, früchtetragende und gegenseitig vorteilhafte Beziehung zwischen unseren Militärapparaten aufzubauen." Der Brief stammt vom Februar 2014.

Lange davor aber schon, im Jahr 2010, so zeigen die von WikiLeaks enthüllten diplomatischen Telegramme, dass der zwischen 1990 und 2012 regierende jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh "den US Kräften insgeheim einen unbegrenzten Zugang zu seinem Territorium [anbot], damit sie einseitige Angriffe gegen" mit Al-Kaida verbündete "Terrorzielen" ausführen können, was die engen Beziehungen zwischen Saleh und der US Regierung zeigt.

Später wurde Saleh auch vorgeworfen, den Houthi Rebellen geholfen zu haben.

Hinzu kommt, dass ein Dokument des US Zentralkommandos (USCENTCOM) vom November 2012 den Kurs für den jemenitischen Waffen- und Ausbildungsplan umriss (die Programme 1206 und 1207) - es handelt sich dabei um eine Passage im Programmtext für "Notfallnahrungshilfe und Zugang zu Sicherheitshilfe" - in denen aufgezeigt wird, wie die Behörde die Vor- und Nachteile abwog, noch vor dem geplanten Datum die Waffen freizugeben, wobei Bedenken erhoben wurden, dass die Massnahme weiteren Kontakt zum Kongress erfordern könnte. Die dort aufgeführte militärische Ausrüstung umfasst unter anderem gepanzerte Humvees, Maschinengewehre, Pistolen, Granaten und Munition.

Das Dokument wurde nach Salehs Rücktritt erstellt, wobei damals bekannt war, dass loyale Stammesmitglieder von Saleh und Regierungsvertreter damals Teil des Houthi Aufstandes waren.

Die Enthüllungen geben auch einen Einblick in die Verluste des Kriegsgeräts, das dem Jemen von den Vereinigten Staaten zur Verfügung gestellt wurde, da Berichte dazu gehören, bei denen es um gestohlene Gegenstände geht, wie etwa GPS Ortungsgeräte, Batterien und andere relevante Gegenstände. Ein Bericht der Verteidigungskooperationsbehörde im US Verteidigungsministerium vom Juli 2013 unreisst die US Beteiligungen mit einer Liste von Ausbildungs- und Bewaffnungsprogrammen, die im Jahr 2008 begannen und bis Ende 2013 dauerten, also zwei Jahre, bevor der jemenitische Bürgerkrieg ausbrach.

Des weiteren erklärte ein Artikel von Middle East Eye aus dem Jahr 2015, dass die Houthis nicht vom Iran bewaffnet wurden. Stattdessen "deckte sich die Rebellengruppe auf dem jemenistischen Schwarzmarkt mit einer großen Zahl an Waffen ein."

Ein Expertenbericht der Vereinten Nationen schätzt, dass im Jemen etwa 40 bis 60 Millionen Waffen zirkulieren und die Houthis deswegen " zwischen 2004 und 2010 auch einen stabilen Nachschub an modernen Waffen hatte, die von korrupten jemenitischen Militärkommandeuren geliefert wurden."

Im selben Zeitraum, so der Bericht, "erwarben die Houthis in einem Kaufrausch neue Waffen, die im Laufe der acht Jahre zuvor aus den Vereinigten Staaten kamen," ein Programm, das später von Joseph Trevithick mit Hilfe einer Anfrage über das Informationsfreiheitsgesetz entblöst wurde.

Laut der Pentagondokumente, die Trevnithick erhielt "hat das Verteidigungsmnisterium ab 2006 Kriegswaffen im Wert von etwa 500 Millionen Dollar an das jemenitische Militär geliefert," darunter "russische Hubschrauber, über 100 Humvees mit der neuesten Panzerung, hunderte Pickups, Raketengranaten, moderne Radios, Nachtsichtgeräte und Millionen Schuss an Munition."

Mit anderen Worten und unabhängig davon, ob die Obamaregierung sich dessen bewusst war, genau jene Waffen und Ausbildungsbemühungen, die der jemenitischen Regierung über die Jahre zur Verfügung gestellt wurden, sind in die Hände von Militanten gefallen, deren Hauptfeind ein enger US Verbündeter ist - Saudi Arabien.

Wenn die von WikiLeaks freigegebenen Jemen Akten eines zeigen, dann dass das Eingreifen Amerikas im Mittleren Osten bestenfalls wieder einmal im Namen seiner "Alliierten" geschah. Schlimmstenfalls geschah es durch korrupte US Vertreter mit finanziellen Verbindungen in das saudische Königreich.




Im Original: Leaked Files Show U.S. Armed And Trained Both Sides of War in Yemen

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