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Samstag, 1. Oktober 2016

Hat die FED wirklich gesagt, dass sie Aktien kaufen könnte?

historisches Zinsniveau für US Bundesanleihen
Von Martin Armstrong für www.ArmstrongEconomics.com, 1. Oktober 2016

Die FED sagte gegenüber dem Kongress, dass sie Aktien kaufen würde, wenn es der Kongress erlaubt. Diese Aussage liess einige am Kopf kratzen. Wird das die Aktienpesimisten dazu bringen ihre Prognosen eines großen Zusammenbruchs am Aktienmarkt zu überdenken? Denn sowas war bei den meisten Leuten bislang nicht auf dem Radar.

Einige berichteten die Geschichte als "das erste Mal in der US Geschichte", als die Federal Reserve offen über den Kauf von Aktien sprach und nicht nur von Anleihen und Grundschulden. Die Nachricht war für viele schockierend als der Republikaner Mick Mulvaney aus South Carolina im Finanzausschuss die folgende Frage mit Bezug zur Möglichkeit der FED zur Wirtschaftsankurbelung Aktien zu kaufen an Janet Jellen richtete:


"In den letzten Monaten gab einiges an Aufmerksamkeit für die Entscheidung der japanischen Zentralbank, als sie ankündigte, auch Wertpapiere zu kaufen und meine Frage an Sie ist recht einfach. Erwägt die Federal Reserve die Möglichkeit des Aufkaufs von Wertpapieren als Mittel ihrer Geldpolitik?"

Yellen antwortete:

"Nun, der Federal Reserve ist es nicht erlaubt Wertpapiere zu kaufen. Wir können nur US Staatsanleihen und gebündelte Sicherheiten kaufen. Ich habe es bei einer Rede in Jackson Hole, wo ich die langfristigen Themen und Probleme ansprach, die wir beim Aufrechterhalten einer angemessenen Geldpolitik haben, allerdings erwähnt. Die Einrichtung des ganzen liegt irgendwo in der Zukunft, wobei der Kongress bis dahin erst noch entscheiden müsste, ob er dies erlauben will, und falls dem so ist, dann wäre es aber nichts wonach die Federal Reserve bitten würde."

Die Antwort schüttelte einige an der Wall Street ordentlich durch. Es ist wahr, dass der Kauf von Wertpapieren ein Teil von Japans Bemühungen ist, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Wir werden dieses Werkzeug sehr wahrscheinlich bei Draghi in Europa in Anwendung sehen, da ihm sonst nichts mehr übrig bleibt. Aber man sollte das ganze nicht übertreiben. Selbst China wie auch andere Zentralbanken haben US Wertpapiere gekauft, um sich zu diversifizieren, da angesichts des Euro Zusammenbruchs und dem Mangel an europäischen Schuldenpapieren [weil die EZB alles aufkauft, d.R.] nichts mehr anderes bleibt, als Positionen in Dollar aufzubauen. Und doch ist das nicht das wirkliche Thema.

Als die FED das erste Mal mithilfe der Geldpolitik einem wirtschaftlichen Abschwung begegnete kaufte die FED ausschliesslich Papiere von Privatunternehmen. Das änderte sich erst mit dem ersten Weltkrieg, da der Kongress der FED sagte, sie solle ausschliesslich Regierungsschulden kaufen, um den Krieg zu finanzieren. Das wurde nach dem Krieg nie wieder rückgängig gemacht. Danach, im zweiten Weltkrieg, wies der Kongress die FED an, die Regierungsschulden zu 100% zu stützen. Das wurde dann 1951 wieder zurückgenommen.

Man sieht im obigen Schaubild mit den Zinsen auf US Bundesanleihen, dass es mit Beginn des ersten Weltkrieges in Europa sofort einen Anstieg gab [also einen Preisabfall, d.R.], da das europäische Geld in die USA verschoben wurde. Danach gab es erst einmal eine Zeit der Preisstabilität. Das entsprach der Anweisung, den Markt für US Bundesanleihen zu stützen. Man sieht dann, dass 1981 die Preise wieder stark ansteigen (die blauen Jahreszahlen markieren jeweils den Beginn einer 30 Jahres Anleihe).

Jeder ist schockiert darüber, dass Yellen nicht sagte sie würde keine Wertpapiere kaufen, ein wenig Geschichtswissen hilft dabei zu erkennen, dass der Kongress - und nicht die FED - bestimmt, was gekauft wird und was nicht.


Im Original: Did the Fed Really Say they Could Buy Stocks?

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