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Freitag, 7. Juli 2017

Sechs Missverständnisse zu Edelmetall

Gold: Kann man zwar nicht essen, aber trotzdem sinnvoll im Mund unterbringen

Anworten auf die häufigsten Einwände gegen Edelmetalle. Von Stefan Gleason für www.ActivistPost.com, 6. Juli 2017

Gold wird von vielen sehr skeptisch gesehen. Die häufigsten Einwände gegen Gold als Währung und sichere Wertanalge in einem Anlageportfolio aber sind nicht wirklich begründet. Trotzdem sind Antigoldmythen allgegenwärtig.

Der Milliardär Warren Buffet merkte spöttisch an, dass Gold "in Afrika oder sonstwo aus dem Boden geholt wird. Dann schmelzen wir es ein, graben noch ein Loch, vergraben es dort und dann bezahlen wir Leute dafür, dass sie es bewachen. Es hat daher keinen intrinsischen Wert."

Das bringt uns zum ersten Aspekt, den Verschmäher von Gold nicht beachten..


Mythos #1: "Gold hat keinen intrinsischen Wert"

Warren Buffet ist zweifellos einer der besten Investoren der Welt. Aber auch er hat seine subjektiven Vorlieben.

Buffets Hauptinvestitionsgebiete sind das Banken- und Versicherungsgeschäft.

Er hat buchstäblich ein Vermögen verdient am Fiat Geldsystem. Er nahm auch Notkredite der Regierung für das Finanzsystem in Anspruch (und profitierte davon). Er (wie auch die meisten anderen Wall Street und Bankentitanen) unterstützten Hillary Clinton bei ihrer Bewerbung für das Präsidentenamt.

Daher könnte Buffetts Ablehnung möglicherweise in Verbindung stehen mit seinen tiefen und symbiotischen Beziehungen zum politischen, Banken und Geldestablishment.

Unabhängig davon lässt sich aber sagen, dass die Abwesenheit eines intrinsischen Wertes von Gold falsch ist. Der Markt greift nämlich nur deshalb auf Gold als Währung zurück, weil es über praktische Eigenschaften verfügt, darunter leichte Handelbarkeit, Teilbarkeit, Haltbarkeit und Seltenheit. Gold fungiert auch deshalb als Wertspeicher, weil es im Unterschied zu Zentralbankgeld Verwendungen jenseits der Tauschfunktion hat.

Selbst wenn Gold nicht in Tresoren vorgehalten würde, so würden es die Menschen trotzdem und trotz aller Mühen aus dem Boden holen, da es in der Elektronik, bei der Schmuckherstellung, in der Kunst und Architektur [und als Zähne; d.Ü.] Verwendung findet. Wirtschaftlich betrachtet sind 50.000 Dollar in Gold genauso wertvoll wie 50.000 Dollar in Form eines Sportwagens - so wie der Markt es bestimmt.


Mythos #2: "Gold ist die Währung der Vergangenheit. Digitale Cryptowährungen sind das Geld der Zukunft."

In jeder Generation gibt es ein paar neue Gründe, aus denen Gold als "barbarisches Relikt" eingestuft wird. Das war so bei der Einführung von Papiergeld. Dann kamen die Zentralbanken. Und nun wird das Aufkommen von internetbasierten Cryptowährungen als eine Technologie gefeiert, die das Gold als Währung obsolet werden lässt.

In Wahrheit aber konnte bislang noch keine Papier- oder Elektronikwährung die einmaligen Eigenschaften von Gold ersetzen. Die Zentralbanken horten es auch weiterhin. Und neue Cryptowähungen, die auf Gold und Silber basieren sind ebenfalls in der Entwicklung.

Eine Cryptowährung, die es schafft, die Einfachheit von digitalen Überweisungen zu verbinden mit der Sicherheit, die ein Metall bietet könnte am Ende sogar Bitcoin von seinem Thron stossen - und zur Quelle werden für eine neue Nachfrage für Milliarden Dollar an Gold und Silber.


Mythos #3: "Edlmetallmärkte können nicht nach oben gehen, wenn die Zinsen angehoben werden."

Die Persistenz dieses Mythos ist überraschend angesichts dessen, wie oft er von den Marktrealitäten widerlegt wurde. Der Goldpreis erlebte im Dezember 2015 ein großes Tief, und zwar genau da, als die Federal Reserve die erste Zinsanhebung durchführte. Während dieser Zinsphase zwischen 2014 und 2016 gingen Gold und Silber deutlich nach oben. Ende der 1970er Jahre, als die Zinsen stark in den zweistelligen Bereich angehoben wurden ging Gold parallel dazu mit nach oben - bis die nominalen Zinsen 1980 die Inflationsrate überstiegen.

Die Richtung des Goldpreises ist funktional verbunden mit den realen Zinsen, nicht mit den nominalen. Sind die realen Zinsen negativ oder steigen die Inflationserwartungen, dann gehen die Edelmetallpreise nach oben.


Mythos #4: "Wenn die Wirtschaft einbricht, dann bricht auch Gold ein."

Gold ist eine der wirtschaftlich stabilsten Werte, die man halten ann. Zwischen dem gelben Metall und Aktien, Anleihen oder Immobilien gibt es so gut wie keine langfristige  Korrelation - und nur eine schwache Korrelation mit industriellen Rohstoffen wie Öf und Kupfer.

Als 2008 alle Sektoren des Aktienmaktes einbrachen und darunter auch Minenaktien, da schaffte es Gold für das Jahr im Plus zu bleiben. Gold ist nicht immun gegenüber Schocks, da diese die Nachfrage auf dem Schmuckmarkt beeinflussen, allerdings ist es ein sicherer Hafen für Investoren, weshalb der Preis oftmals stabil bleibt.


Mythos #5: "Normale Investoren können nicht gewinnen, da die Gold- und Silbermärkte manipuliert sind."

Man muss zwischen physischen Edelmetallmärkten und den manipulierten Papiermärkten unterscheiden. Der größte Teil der Manipulationen erignet sich auf Märkten für (Papier-)Terminkontrakten [..].

Normale Investoren sollten daher auf keinen Fall auf den Papiermärkten handeln. Sie werden die Großbanken und andere institutionelle Händler nicht schlagen können.

Dass die Papierpreise für Edelmetalle künstlich unten gehalten werden ist sogar ein Vorteil für Käufer physischen Edelmetalls.

Man bekommt es mit einem Rabatt.

Gleichzeitig dienen die künstlich niedrigen Preise als negativer Anreiz für die Ausweitung der Minenproduktion, was die langfristigen Aussichten für Gold und Silber hinsichtlich ihrer Angebots-Nachfrage-Relation noch wertvoller macht.


Mythos #6: "Für Gold bekommt man keine Zinsen, daher ist es eine schlechte Investition."

Auch Aktien von Warren Buffetts Berkshire Hathaway werfen keine Zinsen oder Dividenden ab. Für Venzuelanische Staatanleihen dagegen gibts 50%. Was ist wohl die bessere Investition?

Die nominellen Erträge sind kein allzu guter Indikator darüber, ob die Wertanlage auch eine gute Investition ist. Selbst die "sicheren" Erträge aus US Staatsanleihen sind nicht vor Inflation geschützt. Oder vor der Besteuerung.

Da physische Edelmetalle keine Schuldeninstrument sind und damit auch keine Zinsen abwerfen bsteht ihr inflationärer Vortil im steuerfreien Wachstum. Man schuldet niemandem so lange keine Steuern, bis man es vekauft.


Eine Anmerkung: Laut Statista beträgt die jährliche Goldfördermenge 3.500 Tonnen. Dies entspricht 0,5g pro Kopf der Weltbevölkerung. Auf die Lebenszeit hochgerechnet kommen damit etwa 35-40g zusammen, die eine Person "verkonsumieren" kann in Form von Schmuck, Elektronik oder Zähnen. Ohne seine Eigenschaft als Währung wäre die Förderung von Gold also vermutlich nicht allzu viel geriner als sie ist.







Im Original: 6 Things Precious Metals Naysayers Get Dead Wrong

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