loading...

Mittwoch, 8. Februar 2017

Könnte dem Plaza Accord ein Trump Tower Accord folgen?


Von Martin Armstrong für www.ArmstrongEconomics.com, 8. Februar 2017

Auf eines können wir sicherlich zählen - die Leute von Goldman Sachs, die Trump beraten werden wohl das machen, was sie immer machen - und das ist, dass es lediglich etwas Manipulation und "Beeinflussung" braucht, um die Entwicklung des Dollar zu verändern. Donald Trumps Spitzenhandelsberater Peter Navarro hat Deutschland dafür kritisiert, dass sich das Land mit dem "völlig unterbewerteten" Euro einen unfairen Handelsvorteil verschafft. Das gab dem Euro etwas Auftrieb, zeigte aber auch, dass wenn es um den internationalen Handel geht, haben sie noch nie ihre Hausaufgaben gemacht.

Diese Leute, mit denen sich Trump umgeben hat sind völlige Idioten, wenn sie erwarten, sie können den Dollar schwächer "reden", um damit dem Handel zu helfen. Tut mir leid, aber das ist genau das, was Jim Baker machte, als er die G5 erschuf und Europa im Plaza Accord von 1985 dazu aufrief, den Euro zu gründen. Sollten sie nun versuchen, den Trump Towert Accord zu erschaffen, um irgendwie die Währungen zu reparieren, dann werden sie herausfinden, dass sich das weltweite Geldsystem am Rande des Zusammenbruchs befindet und sie mittlerweile schon so verzweifelt sind, dass sie auf elektroniches Geld umsteigen wollen. Die Mächte im Hintergrund wollen Bargeld nicht nur abschaffen, um einen immervollen Steuertopf zu bekommen, vielmehr werden dadurch auch Bankruns unmöglich, weil man kein Bares mehr abheben kann.

Am 28. Mai 1998, nur Wochen, bevor am 1. Juli die asiatiche Währungskrise ausbrach schrieb ich einen Brief an Robert Rubin, der die exakt selbe Taktik anwandte - er beschwerte sich darüber, das der Yen höher bewertet sein sollte.



Der spätere Finanzminister Tim Geithner beantwortete den Brief nur wenige Tage darauf am 4. Juni. Nichts hat sich jemals verändert. Die von der Trumpregierung vernehmbaren Worte zeigen, dass wir uns mit dem selben idiotischen die Währung Heruntergerede herumschlagen werden müssen, um dem Handel zu helfen. Wir leben aber nicht in einem System mit fixierten Wechselkursen. Diese Leute denken, sie können eine Währung hoch- oder runterreden und sie wird sich magischerweise dorthin bewegen.


Erstens und wichtigstens - diese Leute begreifen nicht, wie Handel funktioniert, weil sie nur die Dollarflüsse sehen. Niemand sitzt am Hafen und zählt die hereinkommenden Frachtcontainer. Sie sehen sich nur die Geldmenge an und nehmen an, dass diese mehr oder weniger die importierte Ware reflektiert.

Das Gerede für die Manipulation wird ihren langfristigen Kurs nicht verändern. Wir bewegen uns gerade auf eine massive Währungskrise zu, da der Euro dabei ist, über Bord zu gehen, was den Dollar nach oben treiben wird und Trump wird darüber genauso in Rage geraten, wie es uns bereits 1931 geschah. Damals lagen Roosevelts Berater völlig daneben. Sie haben, wie heute Merkel, geraden, den Dollar hochzuhalten, allerdings hat das eine Deflation erzeugt. Roosevelt wandte sich dann einem zwielichtigen Ökonomen zu, den alle für irre hielten - George Warren. Es war Warren, der Roosevelt zeigte, dass die Abwertung des Dollar die einzige Möglichkeit war, aus der Situation rauszukommen. Gegen den Rat des "Establishments" in den Banken liess Roosevelt den Dollar entwerten und drehte den Trend am Aktienmarkt und in der Volkswirtschaft, auch wenn dies nur bis 1937 hielt.



Der Kern von Roosevelts erster Beratergruppe bestand aus den Columbia Juraprofessoren Adolf Berle (1895-1971), Raymond Moley (1886-1975) und Rexford Tugwell (1891-1979). Das waren Anwälte, keine Investoren, Techniker oder Ökonomen. Sie wussten, wie man die Verfassung umgeht, aber nicht, wie man die Wirtschaft beleben kann. Und doch spielten die drei Männer eine strategische Rolle beim Ausarbeiten des rechtlichen Rahmens für den New Deal von 1933 - nicht des ökonomischen. Sie haben sich auch nie als Gruppe getroffen. Jeder einzelne wurde von Roosevelt um juristischen Rat befragt und Roosevelt hat dann seinen Beraterstab um James Paul Warburg (1896-1969) ergänzt, einem weiteren Juristen, der später Richter am obersten Gerichtshof wurde. James fehlte die Erfahrung im Bankengeschäft seines Vaters völlig. Louis Dembiz Brandeis (1856-1941) war ein weiterer Anwalt, der später an den obersten Gerichtshof kam. Mit Harold Lill Ickes (1874-1952) wurde ein weiterer in Chicago ausgebildeter Anwalt zu seinem Berater. Dazu kam der soziale Aktivist der damaligen Zeit - Harry Lloyd Hopkins (1890–1946) -  dessen Philosophie darin bestand, dass geschaffene Arbeitsplätz besser seien als Sozialhilfe, worauf er die WPA schuf [Stelle für Arbeitsbeschaffung, d.Ü.]. Die erste einberufene Frau war Frances Perkins (1882-1965), die einen Hintergrund in Chemie und Physik hatte und im Vergleich zu den Anwälten zumindest etwas Vorstellungsvermögen hatte, sie brachte die Arbeiterbewegung mit sich und wurde von 1933 bis 1945 Arbeitsministerin. Ein weiterer Anwalt wäre Basil O'Connor (1892-1972), der später das amerikanische Rote Kreuz leitete.







Im Original: Trump Tower Accord to Replace Plaza Accord?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

loading...