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Mittwoch, 8. Februar 2017

"Es ist nicht unsere Schuld!" Eurokrat weist die Schuld an der Griechenlandkrise zurück und nennt den Euro einen "großartigen Erfolg"

Benoit Coeure: Nicht mehr ganz alle Latten am Zaun

Ein trotziger Eurokrat liess heute eine ziemlich außergewöhnliche Verteidigung des scheiternden Euro von sich hören. Das Projekt sei ein "klarer Erfolg" und er bestand darauf, dass es nicht für die Griechenlandkrise verantwortlich sei. Von Nick Gutteridge für www.Express.co.uk, 7. Februar 2017


In einem Interview, bei dem einem die Klappe runterfällt und das die griechischen Wähler gegenüber der EZB ziemlich in Rage bringen dürfte, wusch Direktoriumsmitglied Benoit Coeure Brüssels Hände rein und das trotz der verzweifelten Situation im Land.

Er bestand darauf, dass Griechenlands Wirtschaftsprobleme "nichts mit der Euromitgliedschaft" zu tun hätten und verteidigte die Entscheidung der EU, das Land in die Währungszone aufzunehmen, was in der Vergangenheit heftigst kritisiert wurde.

Der Franzose Coeure wagte es auch zu behaupten, dass der Euro Familien mit niedrigem Einkommen am meisten geholfen hätte, eine Aussage, die den dutzenden Millionen jungen Arbeitslosen in Südeuropa vermutlich im Halse stecken bleiben wird.

Politische Gegner der Einheitswährung geben ihr die Schuld an der fast ein Jahrzehnt dauernden Stagnation in Europa, wobei aus Italien, Frankreich und den Niederlande die Gefahr droht, dass sie aus der Eurozone aussteigen. Bei seinem Interview mit Le Parisien bestand Herr Coeure trotzdem auf:



"Der Euro ist ganz klar ein Erfolg. Er hat zwischen den europäischen Bürgern ein starkes Band gelegt. Wir können nur dann eine Weltmacht sein, wenn wir vereint sind.

Die Einheitswährung erlaubt mittelgroßen Ländern wie Frankreich auf Augenhöhe mit den Vereinigten Staaten oder China zu sprechen. Der Euro ist kein Verlust an Souveränität, er ist ein Hebel der Souveränität."

"starkes Band"

Griechenland steht aufgrund der grassierenden Schuldenkrise wieder einmal am Rande des Austritts aus dem Euro, wobei die Regierung in Athen dazu gezwungen wird, noch mehr Ausgabenkürzungen vorzunehmen, um weitere Notkredite zu erhalten. Der EZB Banker sagte dazu:

"Ich denke nicht, dass Griechenland nicht hätte in den Euro aufgenommen werden sollen.

Ihre Probleme haben nichts mit der Euromitgliedschaft zu tun, sondern bestehen aus Fehlern in der Verwaltung, einer sehr schwachen sozialen Sicherung, einer problematischen Besteuerung und einer hochgradig spezialisierten Wirtschaft.

Griechenland muss seine administrativen und politischen Strukturen erneuern, um unter dem Euro aufblühen zu können.

Die Griechen sind noch immer in dieser Zwickmühle, allerdings müssen sie auch gelobt werden für die großen Reformen, die sie bereits durchgeführt haben."

Wenig überraschend sank die Unterstüzung für den Euro in Griechenland in den letzten Jahren, liegt aber noch immer bei etwa 50 Prozent, wie die neuesten Zahlen von Eurobarometer zeigen.

Die Zustimmung sank auch in Italien und Frankreich - im ersten Land denken nun mehr Wähler, die Einheitswährung habe einen negativen Einfluss, als einen positiven - in Holland dagegen stieg die Zustimmung trotz der Beliebtheit des Euroskeptikers Geert Wilders.

Die Unterstützung für den Euro sank auch in Spanien und Portugal - auch wenn sie in beiden Ländern noch über 50 Prozent liegt - angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit. Herr Coeure aber verteidigte die Währung und ist sich sicher:

"Die Arbeitslosigkeit hat nichts mit dem Euro zu tun, sondern steigt und fällt mit dem Erfolg oder Versagen der Arbeitspolitik.

Ich glaube, der Euro hatte sogar einen noch größeren positiven Einfluss auf die Benachteiligten und Schutzlosen. Die Einheitswährung hat die Inflation, einer Steuer für die Armen, eingedämmt."






Im Original: ‘It’s not OUR fault!’ Eurocrat dodges blame for Greek crisis and says euro 'GREAT SUCCESS'

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