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Montag, 12. Dezember 2016

Über das nicht vorhandene Schuldbewusstsein der CIA



Von Craig Murray für www.CraigMurray.org.uk, 11. Dezember 2016

Ich musste schon sehr staunen, als die offene Lüge der CIA immer weiter wuchs und sich zur Mediengeschichte entwickelte - offene Lüge, weil die CIA keinerlei Anstalten machte, irgendwelche Beweise vorzulegen. Da waren keine russischen Finger in die Veröffentlichung der E-Mails verwickelt, mit denen Clintons Korruption offengelegt wurden. Und doch hat die Washington Post diesen Blödsinn heute in den USA auf die Titelseite gebracht, der Guardian in Großbritannien und bei der BBC war es die Hauptnachrichtengeschichte. Man kann vermuten, dass es auch bei den amerikanischen Sendern zur Hauptnachrichtengeschichte wird.

Mit der Anwendung von grundlegender Logik aber lassen sich die Behauptungen der CIA widerlegen. Die CIA behauptet, sie "kennt Personen", die darin verwickelt sind. Gleichzeitig ist bekannt, dass die USA unter Obama gnadenlos gegen Whistleblower und ausländische Hacker vorgegangen sind. Wir sollen also glauben, dass obwohl es bei den Präsidentschaftswahlen als der absolut wichtigsten Gegebenheit einen Versuch durch ausländische Mächte gibt, die Wahlen zu beeinflussen und die CIA sogar die Personen kennt, die darin verwickelt sind, es trotzdem keine Verhaftungen oder Ausweisungen gibt, oder es (im Falle Russlands) zu weiteren Sanktionen im Bankenbereich oder gegen Einzelpersonen kommt? Die Nummer stinkt zum Himmel. Die anonyme Qulle behauptet: "Wir wissen, wer es war, es waren die Russen" ist einfach nur eine absolute Frechheit.

Julian hat es klip und klar gesagt, die Enthüllungen stammen nicht von den Russen. Ich habe unzählige Male erklärt, dass es sich nicht um Hacks handelt, sondern es sich um Enthüllungen durch Insider handelt - und zwischen den beiden gibt es einen planetengroßen Unterschied. Und man muss es wieder und wieder sagen, dass hätte Hillary Clinton die Spitze der demokratischen Partei nicht dazu überredet, die demokratischen Vorwahlen zum Nachteil von Bernie Sanders zu manipulieren, hätte sie nicht im Vorfeld der Live-Debatten die Fragen bekommen, um sie gegen Bernie zu verwenden, hätten sie und ihre Familie nicht über die Clinton massive Spenden im Gegenzug zu politischem Einfluss angenommen, hätte sie sich von einigen sehr seltsamen und verstörenden Personen distanziert, dann wäre all das nicht passiert.

Dass die Mainstream Medien weiterhin behaupten können, dass die Enthüllungen durch die "Russen" Clinton die Wahl gekostet haben, während sie gleichzeitig kein Wort darüber verlieren, was die Enthüllungen eigentlich ans Tageslicht gebracht haben ist absolut kafkaesk.

Heute Nachmittag wurde ich von einem Guardian Journalisten angerufen. Das erstaunliche Ergebnis bestand darin, dass für drei ganze Stunden ein Artikel auf der Guardian Startseite zugänglich war, der es tatsächlich die Wahrheit zu dem ganzen CIA Hype beinhaltete:


  • Der Kreml hat jegliche Hackingvorwürfe zurückgewiesen, während Julian Assange bereits zuvor sagte, dass sie nicht mit Russland im Zusammenhang standen. Eine zweite Quelle aus der Leitungsebene, die von der Washington Post zitiert wurde kam zum Schluss, dass die Geheimdienste über keine eindeutigen Beweise verfügen, dass der Kreml die Hacker "geführt" hat, von denen es davor hiess, dass sie nur einen Schritt von der russischen Regierung entfernt waren.
  • Craig Murray, der ehemalige britische Botschafter in Usbekistan, der zu Assange einen engen Kontakt pflegt nannte die Behauptungen der CIA "Blödsinn" und fügte an: 

"Sie haben das alles frei erfunden. Ich kenne die Person, die sie geleakt hat. Ich traf die Person und es sicherlich kein Russe, sondern ein Insider. Es ist eine Enthüllung, kein Hack; das sind zwei verschiedene Paar Stiefel.

Wären die Behauptungen der CIA wahr, und die Stellungnahme der CIA bezieht sich auf Personen, von denen bekannt ist, dass sie mit dem russischen Staat verbunden sind, dann hätten sie jemanden verhaftet, wenn derjenige sich in den USA aufgehalten hätte.

Amerika hat kein Problem damit, solche Person zu verhaften und sie haben auch kein Problem damit, diese auszuweisen. Sie aber haben absolut keine Ahnung, wer es war."

Es blieb aber bei drei Stunden. Auch wenn der Aritikel nicht wieder vom Netz genommen wurde, er ist zumindest von der Startseite verschwunden und wurde ersetzt durch einen, der die verrückten Vorwürfe der CIA gegen Russland beinhaltet die nun - unglaublicherweise - dahingehend erweitert wurden, dass die CIA nun glaubt, das FBI würde absichtlich Informationen unterdrücken, die eine russische Verschwörung beweisen würden. Nach dieser völlig hirnverbrannten Theorie kontrolliert Putin vermutlich irgendwie das FBI und es drängt sich wieder die offensichtliche Frage auf: Wenn sie das wissen, warum verhaften sie dann niemanden? Das natürlich wäre die Aufgabe des FBI, aber das ist ja laut jener, welche die Wahl annulieren wollen, der neue KGB.

Es ist nur noch schrecklich mitanzusehen, dass dieser paranoide Nonsens von der einstmals großartigen Zeitung Washington Post verbreitet wird, die sich davon verabschiedet hat, die Macht zu kontrollieren und heute nicht viel mehr ist, als das Verkündungsorgan für von anonymen Quellen vorgebrachte Beweise, die den Mist aus der Exekutive in die Öffentlichkeit streuen dürfen.

Diese völlige Abkehr von allen journalistischen Standards lässt sich in Großbritannien an einem Artikel festmachen. Der wahhaft furchtbare Jonathan Freedland vom Guardian schreibt:

"Wenige glaubwürdige Quellen bezweifeln, dass Russland hinter dem Hacken der internen E-Mails der demokratischen Partei steckt, die von Julian Assange veröffentlicht so wurden, dass sie Hillary Clinton den maximalen Schmerz zufügen und Trump am besten helfen."

Legt er vielleicht auch ein paar Beweise vor für seine Vorwürfe? Nein, gar keine. Was meint ein Journalist eigentlich mit "vertrauenswürdiger Quelle"? Nun, jeder Journalist, der sein Geld wert ist wägt dies ab, indem er den Zugang seiner Quelle abschätzt. Haben sie wirklich Zugang zu den Informationen, die sie behaupten zu besitzen?

Sowohl Julian Assange als auch ich haben definitiv bekannt gegeben, dass die Enthüllungen nicht von Russland ausgingen. Haben wir wirklich Zugang, um das sagen zu können? Ja, offenbar schon. Es gibt nur sehr wenige Personen, von denen man sagen kann, dass sie Zugang zur Quelle hatten. Alle diese Personen sagen, es ist nicht Russland. Hat man den Zugang geprüft kommt die Frage nach dem Wahrheitsgehalt. Haben Julian Assange und ich einen Ruf, dass wir die Wahrheit sagen? Nun, in den 10 Jahren, in denen WikiLeaks nun schon zehntausende Dokumente veröffentlicht hat, wurde noch kein einziges Mal die Echtheit der Dokumente in Zweifel gezogen. Was mich betrifft, so habe ich den Ruf, auch unangenehme Wahrheiten auszusprechen.

Nun vergleiche man das mit den "vertrauenswürdigen Quellen", auf die Freeland sich stützt. Welchen Zugang zum Whistleblower haben diese wohl? Null. Sie haben nicht den blassesten Schimmer, wer es sein könnte. Andernfalls hätten sie ihn nämlich verhaftet. Welchen Ruf haben Freelands Quellen, wenn es um die Wahrheit geht? Es handelt sich um die Clinton Bande und die US Regierung, was einem alles sagen sollte.

Tatsächlich würden die Quellen, die ein ernstzunehmender Journalist als "glaubwürdig" einschätzt das Gegenteil dessen sagen, was Freedland will. Aber in Freedlands Kopf ist "glaubwürdig" ein anderes Wort für "Establishment". Wenn er "glaubwürdige Quellen" sagt, dann meint er "Establishment Quellen". Das ist die Wahrheit hinter dem Mem der "Falschnachrichten". Niemand darf etwas lesen, wenn es davor nicht offiziell freigegeben wurde von der Elite und ihren ekelerregend kriecherischen Huren von Senographen wie Freedland einer ist. 

Das schlimmste an allem aber ist, dass es alles auf einen weiteren Konflikt mit Russland hinzielt. Das bringt uns alle in Gefahr und zwar im Namen der Gewinne für die Waffen- und Sicherheitsindustrie - und selbstverständlich größere Budgets für die CIA. Da sich aber nun dankbarerweise die vier Jahre dauernde Agonie von Aleppo dem Ende zuneigt, versuchen die von den Saudis und den USA ausgbildeten IS Truppen wieder in Palmyra einzurücken. Dieses Spiel tötet Menschen im großen Spiel und so geht es einfach immer weiter.




Im Original: The CIA’s Absence of Conviction

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