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Sonntag, 9. Oktober 2016

Versucht Brüssel das Pfund zu drücken?


Von Martin Armstrong für www.ArmstrongEconomics.com, 8. Oktober 2016


Frage: Gibt es bereits neues zu den langfristigen Aussichten des britischen Pfundes? Sie sagten, es gibt Versuche, den Anstieg des Dollars aufzuhalten, daher frage ich, gibt es auch Versuche die Briten zu bestrafen, indem ihre Währung angegriffen wird?


Antwort: Selbsterständlich. Europa hat eine andere Einstellung, wenn es um die Währung geht. Sie sehen die Währung, als sei sie eine Aktie und je höher es geht, desto besser. Das liegt daran, dass Politiker nach dem zweiten Weltkrieg den Wertzuwachs ihrer Währungen als Beweis hinstellten, dass sie gute Arbeit leisteten.

Als ich irgendwann 1983 das erste Mal ein Büro in Europa eröffnen wollte traf ich mich mit dem Chef einer der schweizerischen Spitzenbanken. Ich schlug verschiedene Namen vor und bat ihm um seine Meinung. Sie drehten sich alle um etwas wie Europäische Berater. Er frage mich, ob ich ihm einen europäischen Analysten nennen könnte. Peinlicherweise konnte ich das nicht. Er lachte und sagte, es gäbe keine. Er sagte dann, dass dies der Grund ist, weshalb alle mein Unternehmen verwenden würden, weil wie er sagte, es mir egal sei, ob der Dollar gerade am steigen oder fallen war. Er erklärte mir, dass es für alle europäischen Analysten bei ihren eigenen Währungen immer nur nach oben ginge. Tatsächlich konnte ich das von ihm beschriebene nach einiger Zeit beobachten. Es war eine politische Sache und die Behauptung, die eigene Währung würde fallen war so etwas wie Verrat.

Daher hat die EZB auch britische Wertpapiere verkauft. Es gab eine konzertierte Aktion durch Brüssel mit dem Ziel, das Pfund zu "drücken", weil sie denken andere auf diese Weise vom Austritt abhalten zu können. Was sie dabei nicht verstehen ist, dass ein niedrigeres Pfund Großbritannien retten wird und es ist Europa, das zu Grunde gehen wird. Ein niedrigeres Pfund macht die Exporte billiger und dadurch können sie sich die Zölle leisten und trotzdem wettbewerbsfähig bleiben.

Das Pfund steht nun wieder unterhalb der Bruchlinie aus dem US Bürgerkrieg, als es sein historischen Höchststand in Dollar erreichte. Das Überschreiten dieser Linie bedeutet, dass der Niedergang wieder in Gang war. Das ist gut für die Briten. Sie waren es auch, die als erste den Goldstandard aufgaben, um die Deflation zu beenden. Das war es auch, das George Warren anführte, als er Roosevelt davon überzeugte, den Dollar entgegen des Rates seiner Berater abzuwerten, die damals so argumentierten wie Merkel es heute macht.


Im Original: Is Brussels Trying to Force the Pound Lower?

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