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Mittwoch, 5. Oktober 2016

Nur Tage, nachdem ein US General vor einem Krieg mit Russland warnte findet in Russland eine Übung für den "nuklearen Ernstfall" mit 40 Millionen Russen statt


Von Tyler Durden für www.ZeroHedge.com, 4. Oktober 2016

Nun da sich die Beziehungen zwischen Russland und den USA aufgrund des eskalierenden Stellvertreterkrieges in Syrien zunehmend auflösen und es gerade heute wieder, kurz bevor das US Außenministerium ankündigte die Verhandlungen mit Russland über Syrien zu beenden, eine Spitze gab, als Putin ein gemeinsames Plutonium Abkommen mit den USA aussetzte, wird es morgen eine nie dagewesene vier Tage dauernde Zivilschutzübung mit 40 Millionen Russen, 200.000 Experten der "Notrettungseinheiten" und 50.000 Ausrüstungseinheiten geben, bei denen Notfallevakuierungen und Katastrophenschutzmassnahmen geübt werden, wie das russische Zivilschutzministerium auf seiner Internetseite bekannt gab.

Laut Ministerium wird morgen früh in allen Teilgebieten Russlands eine bis zum 7. Oktober dauernde allrussische Zivilschutzübung beginnen, bei der alle Bundes- und Regional- und Lokalbehörden teilnehmen werden und die den Titel trägt "Organisierung der Zivilverteidigung während einer großen Natur- oder menschengemachten Katastrophe in der Russischen Föderation".

Auch wenn das Miniserium nicht sagt welche Art von "menschengemachter Katastrophe" es sich vorstellt, so muss es doch ein bedeutendes sein, da 40 Millionen Russen bei den Notfallübungen dafür teilnehmen. Vielmehr kann man aus den Richtlinien für die Übung recht gut herauslesen, wofür sich Russland gerade "vorbereitet".

Auf der Internetseite heisst es:
"Das Hauptziel der Übung ist die praktische Organisation der Handhabung der Zivilverteidigung bei Notfällen und beim Brandschutz, um den Vorbereitungsstand der Leitungsgremien und Abteilungen des Zivilschutzes auf allen Ebenen dahingehend zu kontrollieren, wie sie auf natürliche und menschengemachte Katastrophen reagieren und Gegenmassnahmen einleiten können."
Oleg Manuilow, der Leiter des Zivilschutzministeriums erklärte, dass die Übung ein Test sei, wie die Bevölkerung im "Ernstfall" auf eine "Katastrophe" reagieren würde.

Hier einige weitere Details der dreistufigen 4 Tageübung:
1. Stufe: Organisation der Zivilschutzmassnahmen

In dieser Stufe wird die Benachrichtung und das Sammeln der Führungspersonen aller Bundes-, Regional-, und Lokalbehörden und der Zivilschutzkräfte geübt, sowie der Einsatz des Zivilschutzleitungssytems auf allen Ebenen, die Bereitschaft der Zivilschutzkommunikation und aller Benachrichtigungssysteme. Nachdem das nationale Krisenmanagmenetzentrum die entsprechenden Signale gegeben hat werden alle Leitungsgremien, staatlichen Behörden, Einsatzkräfte und Einrichtungen im Dienst, sowie alle Menschen über alle existierenden Kommunikationskanäle informiert.

    
2. Stufe: Planung und Organisation der Zivilschutzmassnahmen. Abstellen einer Mannschaft Zivilschutzbeamter und Einrichtungen, die für die Reaktion auf große Katastrophen und Feuer eingerichtet sind.
   
Mit dieser Stufe kommt in allen Bundesbezirken eine mobile, behördenübergreifende und multifunktionale Mannschaft aus Zivilschutzkräften und Einrichtungen zum Einsatz, um Rettungs- und andere Operationen durchzuführen, um die Zivilschutzmassnahmen zu koordinieren, und um Spezialeinheiten des Zivilschutzes in die einzelnen Gebiete zu schicken; es werden militärische Rettungseinheiten und Divisionen der Bundesfeuerwehr und Rettungseinheiten in Bereitschaft versetzt. Während dieser Stufe werden Reservekontrollzentren der Mannschaft aufgebaut und aktiviert und es wird die Sammlung und der Austausch von Informationen im Bereich des Zivilschutzes gebübt.

    
3. Stufe: Organisation der Massnahmen durch die Zivilschutzleitungsgremien und -kräfte, um gegen große Katastrophen und Feuer vorzugehen.

In dieser Stufe geht es um die Nutzung der Zivilschutzmannschaft für Massnahmen gegen große Katastrophen und Feuer, bei denen luftgestützte und mobile Kontrollzentren aufgebaut, die Wege zur Evakuierung von Menschen überprüft und die Organisation der lebenswichtigen Dienste geübt werden; Feuerlösch- und Rettungseinheiten der Bundesfeuerwehr üben das Feuerlöschen und die Menschenrettung aus potentiell gefährlichen Einrichtungen, darunter in Sperrgebieten.

Geübt wird der Schutz des Personals und der Bevölkerung gegen Strahlung und chemische und biologische Gefahrenstoffe bei Notfällen in wichtigen und potentiell gefährlichen Einrichtungen. Ebenfalls geplant sind Überprüfungen zum Feuerschutz, der Zivilverteidigung und der Schutz von Personen in sozialen Einrichtungen und in öffentlichen Gebäuden. Einsatzeinheiten werden Überwachungszentren für Strahlung und chemische und biologische Gefahrenstoffe, sowie Säuberungseinrichtungen in den Notfallgebieten einrichten, während Laborkontrollnetzwerke in Bereitschaft versetzt werden.

Die Tatsache, dass sich unter den an die Zivilschutzmannschaft gegebenen Übungsmassnahmen sowohl die Reaktion auf "Katastrophen und Feuer" befindet, wie auch eine Übung zum "Schutzes gegen Strahlung und chemische und biologische Gefahrenstoffe" zeigt deutlich, dass Russland gerade dabei ist die größte Atomkriegsübung seit dem Ende des Kalten Krieges durchzuführen.

Warum aber ausgerechnet jetzt? Vielleicht lässt sich das, neben der rapiden Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen, die sich nun auf Höhe des Kalten Krieges befinden, auch mit einer Antwort erklären, die der Vorsitzende des US Generalstaabs Joseph Dunford gab, als er letzte Woche vor dem Kongress warnte, dass der Aufbau einer Flugverbotszone in Syrien wie sie kürzlich von John Kerry vorgeschlagen wurde und die ein Kernstück von Hillarys außenpolitischer Strategie ist, im dritten Weltkrieg münden würde.

Bei seiner Aussage vor dem Militärausschuss des Senats letzte Woche lies Joseph Dunford angesichts des Politikwandels, der in den Hallen von Washington nach dem Bruch der Waffenruhe in Syrien, die zwischen den USA und Russland ausgehandelt wurde, zunehmend Unterstützung erfährt, die Alarmglocken läuten, da diese in einem umfassenden internatonalen Krieg münden könnte, für den er selbst nicht bereit war einzutreten.

Senator Roger Wicker aus Mississippi fragte nach Hillary Clintons Vorschlag einer Flugverbotszone über Syrien als Reaktion auf die Vorwürfe, wonach Russland und Syrien nach dem Bruch der Waffenruhe ihre Luftangriffe auf das von Rebellen gehaltene Ostaleppo intensiviert hätten. Wickers fragte:

"Wie sieht es mit der Möglichkeit aus, den Luftraum zu kontrollieren, damit die Fassbomben nicht mehr abgeworfen werden können? Was halten Sie davon?"

Der Generalstabsvorsitzende meinte, ein solches Vorgehen wäre selbst der militärischen Führung zu aggressiv:

"Momentan, Herr Senator, würde die Kontrolle des gesamten syrischen Luftraumes erfordern gegen Syrien und Russland in den Krieg zu ziehen. Es wäre eine ziemlich fundamentale Entscheidung, die ich sicherlich nicht treffen werde."

Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass sich Hillary Clinton seit Oktober 2015 sehr stark für eine Flugverbotszone einsetzt, und zwar nur Tage, nachdem Russland mit einer Bombardierung begann, die auf die Stabilisierung der syrische Regierung abzielte. Clinton sagte in einem Interview mit NBC im Oktober 2015:

"Ich persönlich würde mich jetzt für eine Flugverbotszone einsetzen und für humanitäre Korridore, um damit zu versuchen das Gemetzel am Boden und von der Luft aus zu beenden, dazu würde ich versuchen herauszufinden und darzustellen, was da gerade passiert, und ich würde versuchen, den Fluss an Flüchtlingen zu stämmen."

Trotz der Wanungen hat die ehemalige Außenministerin und gegenwärtige Präsidentschaftskandidatin, die bekanntlich aggressive Ansichten bezüglich Regime Change und Angelegenheiten mit Russland pflegt, weiterhin diese Position vertreten, die in den letzten Wochen nun auch unter US Diplomaten immer beliebter wird.

Clinton ist dabei nicht alleine: Wie das Wall Street Journal im Juni berichtete, haben über 50 US Diplomaten eine berüchtigte Widerspruchsmeinung unterstützt, wonach die Obamaregierung militärische Massnahmen gegen Assad ergreifen soll, wie etwa den Aufbau einer Flugverbotszone, wenn nicht gar eine direkte militärische Konfrontation mit dem syrischen Regime. Die Diplomaten meinen dabei, dass sich die Situation in Syrien weiter verschlechtern wird, wenn das US Militär nicht eingreift, wobei es sich um ein Arument mit zwielichtiger Legalität handelt, falls dies unilateral ohne Beschluss des UN Sicherheitsrates umgesetzt wird.

Sputnik berichtete allerdings, dass die US Botschafterin bei der UN Samantha Power bereits die Grundlagen gelegt hat für die kontroverse Theorie des internationalen Rechts zum "Selbstverteidigungsrecht", indem sie meinte, dass Russlands Opposition zu einer Resulution ignoriert werden sollte, da sie ein Teil des Konfliktes sind.

Russland wiederum hat dem entgegengesetzt, dass, sollte das Assad Regime fallen, dann würden sehr wahrscheinlich Terrorgruppen, wie der IS und die al-Nusra Front das sich ergebende Machtvakuuum ausfüllen und das Land in ein noch größeres Rückzugsgebiet des internationalen Terrorismus verwandeln.

Letztlich geht es beim Syrienkonflikt um den Transport von Energie, und ob Russland seine Dominanz über die europäischen Erdgasimporte erhalten kann, oder ob - nach dem Ende des syrischen Regimes - eine Pipeline für Erdgas aus Katar über das Gebiet verlaufen kann, um dann nach Europa transportiert zu werden.

Was die russische Atomübung betrifft, so können wir nur hoffen, dass die Andeutungen auf einen Atomkrieg im Bereich des absolut theoretischen bleiben.


Im Original: 40 Million Russians To Take Part In “Nuclear Disaster” Drill, Days After US General Warns Of War With Moscow

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