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Donnerstag, 6. Juli 2017

Versuchen Salafisten gerade in Warschau eine Tartarenmoschee zu übernehmen?

Polnische Tartarenmoslems: Bald eine doppelte Minderheit?

Alteingesessene Tartaren versus "neigschmeckte" Salafisten. Für www.English.Euroislam.pl, 5. Juli 2017

Am Dienstagmorgen gabes eine körperliche Auseinandersetzung zwischen polnischen Tartaren, die seit dem 14. Jahrhundert als Minderheit in dem Land leben und die in der muslimischen Religionsvereinigtung (MZR) organisiert sind und Anhängen von Nizar Charif, ihreszeichens Salafisten, also muslimische Fundamentalisten und Konvertiten. Mehrere Polizeifahrzeuge mussten zur Moschee gerufen werden.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein Streit über die Kontrolle der MZR Moschee, der ältesten muslimischen Organisation in Polen, die von der tartarischen Minderheit aufgebaut wurde und voll in die polnische Gesellschaft integriert ist. MZR Sprecher Musa Czachorowski erklärt in einem Interview mit Euoislam:


"Es kann nicht sein, dass in einer polnischen Moschee Dinge ablaufen, die dazu führen, dass wir die Kontrolle darüber verlieren was passiert. Es handelt sich um ein MZR Zentrum und untersteht dem Mufti und dem höchsten muslimischen Kollegium.

Das Zentrum hat nach den Regeln zu funktionieren, die wir zwischen dem polnischen Staat und der MZR vor fast 100 Jahren vereinbart wurden."

Im Jahr 1936 haben der polnische Staat und das MZR die Struktur des MZR sowie die Beziehungen zwischen der Religion und dem Staat ausgehandelt.

Was aber war so schlimm, dass sich der Mufti zum Einschreiten entschloss? Czachorowski sagt dazu:

"Vielleicht sind einige übereifrige Personen der Meinung, dass sie als Moslems nicht nach polnischem Recht leben könnn, ganz so als würde das polnische Recht es beispielsweise verlangen, Vodka zu trinken, Schwein zu essen, oder nackten Tänzerinnen zuzuschauen."

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In den letzten drei Jahren wurde die Moschee tatsächlich von einigen salafistischen Predigern besucht, die mit einem wichtigen Besuch von Mission Dawah aus Großbritannin begannen.

Auch seitens deutscher Salafisten, vor allem durch den salafistischen Prediger Sven Lau gab es Versuche, den salafistischen Islam nach Polen zu bringen.

Die Beziehungen zwischen der MZR und Imam Nezar Charif sind unklar. Obwohl er in den Medien bekannt ist als der "Imam von der Moschee an der Wiertnicza Strasse" meint der Sprecheer, dass "Charif innerhalb der MZR Strukturen keine offizielle Funktion innehat, auch wenn ihm als Moslem der Zutritt zur Moschee nicht verboten werden kann." Allerdings leitet Charif das muslimische Kulturzentrum, das in der MZR Moschee ansässig ist.

Euroislam konnte Nezar Charif nicht erreichen, allerdings hat Journalist Witold Gadowskiv die Perspektve der Salafisten vertreten. Laut ihm geht es um das Thema Geld, welches die Moschee durch die halal Nahrungsmittelzertifikate und Spenden von Botschaften muslimischer Länder erhält. Imam Charif will das Geld nicht mit der MZR teilen, während die MRZ als Betreiber der Moschee ein Anrecht auf die Gelder sieht.

Tartaren leben bereits seit dem 14. Jahrhundert in Polen und sind voll in die Gesellschaft integriert. Sie haben sich oftmals von der Krim kommend als politische Flüchtlinge in Polen niedergelassen und erhielten volle Bürgerrechte. Über die Jahrhunderte verteidigten sie das Land im Soldatendienst und kämpften für die polnische Unabhängigkeit. So wie auch der ehemalige Soldat, Journalist und Dichter Musa Czachorowski. Aktuell zählt die Minderheit polnischer Muslime lediglich 5.000 Personen.

In den letzten Jahren wurden seitens der tartarischen Minderheit immer wieder Warnungen ausgesprochen, wonach sie Angst hätten vor dem Eindringen des mittelöstlichen Islam. Ihre moderate und integrierte Version des Islam wird von Moslems im Mittleren Osten und Afrika als Häresie und Bedrohung erachtet.

Professor Selim Chazbijewicz, polnischer Botschafter in Kasachstan und Kirgistan und ehemaliger MZR Imam steht der Einanderung aus muslimischen Ländern kritisch gegenüber. In einem kürzlichen Interview, in dem er die Entscheidung der ehemaligen Regierung kritisierte, die von der EU vorgeschlagenen Umsiedelungsquoten zu akzeptieren sagte er:

"Die bisherigen Erfahrung haben gezeigt, dass sie sich wahrscheinlich nicht assimilieren werden, zumindest wird dies sicherlich nicht in der ersten und zweiten Generation passieren."






Im Original: Are Salafists taking control over Tatar mosque in Warsaw?
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