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Sonntag, 11. Juni 2017

Portrait einer Aktienmarktblase kurz vor dem Platzen



Für www.InvestmentResearchDynamics.com, 7. Juni 2017

Wie schon bei der niederländischen Tulpenblase, der Internetblase und der Finanzwertblase Mitte der 2000er, so hat auch die aktuelle Aktienmarktblase ihren Preisfindungsmechanismus verloren. Es handelt sich nur noch um einen Ort, an dem die Liquidität der Zentralbank hinfliesst - also in der Form von gedrucktem Geld und der Neuschöpfung billiger Kredite - und mit der das System völlig überflutet wurde, was es den Inestoren ermöglicht, einigen wenigen Aktien mit hoher Umlaufgeschwindigkeit nachzujagen.

Die Treiber dieses modernen niederländischen Tulpenphänomens sind die sogenannten "Fünf apokalyptischen Reiteraktien" - AAPL, AMZN, FB, GOOG, MSFT. Dazu würde ich noch TSLA nehmen. Unter all diesen aufgeblasenen Aktienwerten ist TSLA bislang am weitesten weg von einem auch nur annähernd intrinsischen Fundamentalwert. AAPL alleine ist für 25% des Dow Jones Wachstums in diesem Jahr verantwortlich und für 13% des S&P500. Umsatz und Reingewinn von AAPL haben in den letzten drei Jahren (2014 bis 2016) aber abgenommen. Sogar an Tagen, an denen der Handel insgesamt im roten Bereich abschliesst geniessen einige der fünf Reiter + TSLA, wenn nicht gar alle Zugewinne.

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Irgendwann aber hört auch für sie die Musik auf zu spielen und dieser preismechanismusfreie Markt wird zum alles-ist-aus Markt. Sobald das passiert werden der Bruch und Kurssturz atemberaubend sein. Das ganze könnte allenfalls noch vom Abfluss an Kapital von "Investoren" aus den Cryptowährungen erreicht werden, die den Wert ihrer Cryptomünzen dazu verwendeten, um damit den Kauf von TSLA Aktien zu finanzieren.

Die gute Nachricht ist, dass man eine Menge mit dem Leerverkauf von Aktien machen kann. Seit April haben Aktien wie IBM, GS, SHLD, BZH und GE im Short Seller's Journal die SPX/Dow Werte geschlagen. SHLD rutschte in sieben Wochen um 47% ab - ein massiver Wert. BZH hat in drei Wochen 18% verloren. Und in der nächsten Ausgabe wird eine "tolle" Finanzaktie auf dem Titel sein, die in den kommenden 12 Monaten oder schon früher um mindestens 50% fallen wird.

Niemand weis, was genau das Platzen der Blase verursachen wird. Eine Möglichkeit wäre die gerade ablaufende finanzielle Kernschmelze im Bundesstaat Illinois. In Blasenzeiten wird einem alle in einer "das Glas ist halbvoll" Manier verkauft. Beispielsweise wurde die Kreditwürdigkeit von Illinois kürzlich auf BB+/Baa3 abgestuft. Das ist gleichbedeutend mit einem Totalverlust. Die Medien aber stellen es dar als die "niedrigste Investitionsbewertung" - oder eben "das Glas ist halbvoll".

Die beiden Bewertungsagenturen haben Enron nie herabgestuft, bis wenige Wochen, bevor das Unternehmen den Bankrott anmelden musste. Illinois dagegen befindet sich am Rande eines finanziellen Desasters. [..] Dieses Problem wird dabei noch völlig in den Schatten gestellt von den Pensionslasten des Bundesstaates, für die sie mehrere hundert Milliarden zu wenig an Mittel haben (offiziell sind es 130 Millarden Dollar, allerdings ist das kein allzu zuverlässiger Wert).

Wenn die Musik aufhört zu spielen, dann werden die Bullen am Markt ihre Platzierungen buchstäblich am falschen Ort suchen. Die nächste Kapitalstampede wird das Geld komplett aus Aktien, Anleihen, Cryptowährungen und "Eigenheiminvestitionen" heraustreiben und rein in Gold, Silber und Minenaktien.








Im Original: Portrait Of A Stock Bubble
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