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Mittwoch, 15. März 2017

Der Islamische Staat expandiert nach Afrika

Früher: Fahrenheit 451; Heute: Boko Haram!

Anschläge durch eine neue Terrorgruppe bedroht westliche Interessen in der Region. Von Bill Gertz für www.FreeBeacon.com, 15. März 2017

Ein neuer Ableger des Islamischen Staates gewinnt in Subsahara Afrika zunehmend an Stärke und steht in Verbindung mit der in Syrien ansässigen islamischen Terrorgruppe, die große Teile des Kontinents übernehmen will.

Die relativ neue Gruppe namens Islamischer Staat im Grossraum Sahara verübt immer mehr Anschläge im Bereich des afrikanischen Sahel. Beim Sahel handelt es sich um eine Steppenregion, die vom Westen aus über Mali und Nigeria über den Niger, Tschad und den Sudan bis nach Osten in Teile von Äthiopien hineinragt.

In US Geheimdienstberichten wird die Gruppe als IS-GS geführt und wurde 2015 von al Murabitun aus der Taufe gehoben, einer islamistischen Terrorgruppe, die davor zu Al-Kaida im islamischen Maghreb gehörte. Die Militanten der Murabitun und eine weitere Al-Kaida Splittergruppe namens al Mulathamun Battalion haben dann den IS-GS gegründet.

Laut eines geheimen Berichts des Außenministeriums war Murabitun "eine der aktiveren Militantengruppen im Sahle" und verübte im November 2015 den Anschlag auf das Radisson Blu Hotel in Mali aus, bei dem 20 Personen starben.

In einem Bericht des Overseas Security Advisory Council (OSAC), einem privat betriebenen Ableger des Außenministeriums, vom 8. März heisst es, dass die IS-GS Gruppe ein Jahr lang relativ ruhig war, nur um sich dann Ende 2016 mit drei relativ großen Terroranschlägen zurückzumelden.

Der Islamische Staat hat den IS-GS im Oktober offiziell anerkannt, was von Sicherheitsanalysten als ein Zeichen gewertet wird, dass die Terrorbewegng ihre Aktivitäten im nördlichen Afrika intensivieren will. In einem Bericht des Terrorabwehrzentrums von West Point heisst es:


"Seit der Islamische Staat im Jahr 2014 sein sogenanntes Kalifat ausrief, ist es sowohl symbolisch als auch real nach Nord- und Westafrika expandiert."

Der OSAC Bericht sagte, die offizielle Anerkennung der neuen Gruppe durch den IS reflektiert "die Absicht der Gruppe, ihre Präsenz in Afrika zu stärken, nachdem es in Libyen zu Rückschlägen kam, was die Möglichkeit eröffnet, dass diese neue Gruppe zukünftig vom IS vermehrt materielle Unterstützung erhalten könnte."

Der Islamische Staat erlebte einige Rückschläge in Libyen, wo er die Schlüsselstellen des größtenteils unregierten Staates übernahm. Der IS führte im libyschen Sirte seine ultragewalttätige Version der Scharia ein, bei der es Sexsklavinnen und Enthauptungen gibt. Im Dezember wurde er aber wieder von libyschen Regierungstruppen aus der Stadt vertrieben.

General Thomas Waldhauser, der Kommandeur des Afrika Kommandos sagte letzte Woche bei einer Senatsanhörung, dass der IS sich nach der Vertreibung aus Sirte neu gruppiert und viele seiner Militanten ins südliche Libyen ziehen würden.

In einer vorbereiteten Aussage vor dem Militärausschuss des Senats sagte Waldhauser, dass die Gegenwehr zur Bedrohung durch den IS sowohl im Sahel als auch in Libyen zu den fünf Prioritäten seines Kommandos gehört. Er sagte:

"Die Instabilität in Libyen und Nordafrika ist die wohl bedeutendste derzeitige Bedrohung der US- und Verbündeteninteressen auf dem Kontinent.

Die Vielzahl an Milizen und das zerrüttete Verhältnis zwischen den Fraktionen in Ost- und Westlibyen verschlimmert die Sicherheitslage, was zunehmend auch für Tunesien und Ägypten und die weitere Maghrebregion zutrifft, was es der Bewegung ausländischer Kämpfer ermöglicht, den Migrationsbewegungen aus Libyen nach Europa und andernorts auszulösen."

Die Terrorgruppen arbeiten daran, große Teile Afrikas unter Kontrolle der islamistischen Ideologie zu bringen und sie vernetzen sich und zielen in ihren Rekrutierungsbemühungen auf junge Menschen, wie er sagte.

Waldhauser stellte auch fest, dass das Afrikakommando "bereits sein Militäroperationen durchzuführen, um US Interessen zu schützen, um die gewalttätigen Extremistenorganisationen zu bekämpfen und es unseren Partnern zu ermöglichen, die Sicherheit herzustellen."

Jason Warner, ein Assistenzprofessor am Terrorabwehrzentrum stellte im Januar fest, dass das IS Hauptquartier seinen Ableger im Sahel erst anerkannte, nachdem dieser Ende 2016 die Anschläge beging. Er meinte dazu, dass diese Anschläge "dem Islamischen Staat zeigten, dass der IS-GS mehr war, als nur eine nominelle Kampftruppe."

Warner sagte, der IS-GS scheint besser organisiert zu sein, als die beiden anderen IS Ableger in Afrika: Der Islamische Staat in Somalia, der sich in Nordsomalia ausbreitet und der südliche Islamische Staat von Somalia, Kenia, Tansania und Uganda. Warner schrieb im West Point Jounral CTC Sentinel:

"Während sich die aktuellen Nachrichten über den Islamischen Staat um die Belagerung des irakischen Mosul drehen, so sind die ideologischen Rückzugsgebiete in Subsahara Afrika still und leise gewachsen und das nicht nur aufgrund der Vereinigung mit der bekannten Boko Haram Gruppe.

Tatsächlich sind im letzten Jahr und etwas darüber hinaus gleich drei neue Ableger des Islamischen Staates im Subsahara Afrika zu Bekanntheit gelangt.

[Der IS-GS] ist dabei die einzige der drei Gruppen, die es schaffte, multiple Anschläge zu begehen."

Der Sahel Ableger des IS wird vom al Murabitun Kommandeur Adnan al Sahrawi angeführt, der dem IS im Namen seiner Gruppe im Mai 2015 die Loyalität schwor.

Der IS-GS führte seinen ersten Anschlag im September an einem Grenzübrgan in Burkina Faso aus. Diesem folgten die Anschläge im Oktober in Burkina Faso und ein Angriff auf ein Gefängnis im Niger, bei dem offensichtlich Dschihadisten befreit werden sollten, um die Ränge der Organisation aufzufüllen.

Der Islamische Staat führte vergleichbare Angriffe auf Gefägnisse im Irak aus, bevor dann 2014 große Teile des Iraks und Syriens überrannt wurden.

Der IS-GS wird auch verdächtigt, im Dezember 2016 in Burkina Faso für den Anschlag auf einen Militärkonvoi verantwortlich zu sein, bei dem 12 Soldatn ums Leben kamen. Im Bericht heisst es:

"Das Aufkommen eines IS Ablegers im Sahel wird wahrscheinlich die Sicherheitsbedrohungen für die Privatwirtschaft verstärken, da westliche Interessen im Sahel routinemässig von militanten Gruppen angegriffen werden."

Die islamische Terrorgruppe Boko Haram, die in Nigeria aktiv ist, tat sich im März 2015 mit dem IS zusammen, was eindeutig zeigt, wie sehr die Terrorgruppe auf dem Kontinent an Einfluss gewinnt.





Im Original: Islamic State Expands Into North Africa

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