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Mittwoch, 25. Januar 2017

Draghi gibt erstmals zu, dass die EU auseinanderbrechen könnte



Von Martin Armstrong für www.ArmstrongEconomics.com, 25. Januar 2017

Das erste Mal hat Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank, zugegeben, dass ein Zusammenbruch der EU möglich ist. Dragh sagte dazu, dass jedes Mitglied, das die Eurozone verlässt seine Schulden im Target 2 Zahlungssystem begleichen müsse, bevor die Verbindung gekappt wird. Diese Stellungnahme zeigt, wie erhitzt die Debatte in Davos geführt wird, und dass sich der Spalt zu vertiefen beginnt. Diese vom Freitag stammende Aussage stammt aus einem Brief an zwei italienische Abgeordnete im EU Parlament.

Die Stimmung in Italien dreht sich heftig gegen den Euro und auch in anderen Ländern der Eurozone gewinnt diese Ansicht an Fahrt. Auch wenn sie Großbritannien die Schuld zuschieben, so ist das wirkliche Problem die verrückte Austeritätspolitik inklusive der negativen Zinsen. Das ganze hat in Europa eine dramatische Depression ausgelöst und die Gelddruckerei zerstörte den Markt für europäische Staatsanleihen. Sobald die EZB mit dem Gelddrucken aufhört, werden die Zinsen nach oben schiesen, da private Anleihekäufer sicherlich nicht alles riskieren wollen, sobald offen sichtbar wird, dass die EU am Ende ist.

Mit Blick auf die Zahlen von Ende November sagte Draghi, dass Italien 358,6 Milliarden Euro für ein Verlassen des Euros zahlen müsste - eine Ausstiegssteuer. Was Draghi dabei nicht versteht ist, dass solche Forderungen die Eurozone nicht zusammenhalten werden, sondern wie ein Spaltpilz wirken, nur eben auf Kosten der EZB. Bislang war es so, dass die Gefahr von grenzüberschreitenden Schulden die Eurozone während der Finanzkrise zusammengehalten hat. Wird das aber zu weit getrieben wird es am Ende mit dem Bankrott enden.

Südeuropa, mit seinen schwächeren Volkswirtschaften inklusive Italien, Spanien und Griechenland haben große Verbindlichkeiten angehäuft, um die Währung flüssig zu halten, während Deutschland heraussticht als der größte Nettogläubiger mit Forderungen in Höhe von 754,1 Milliarden Euro. Das alleine könnte eine massive Flucht in den Dollar auslösen. Was wir vor uns haben ist das umfassende Scheitern der seit 2008 völlig erfolglose Gelddrucken der EZB. Das wird Trump bei den Themen Handel und Währung einige Probleme bereiten, die er wohl nicht so leicht verstehen wird.






Im Original: Draghi Admits EU May Breakup For First Time

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