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Samstag, 8. Oktober 2016

Wenn wir die "Tore auf" Brigade nicht schleunigst abschalten, dann werden wir bald alle Ungarn sein



Achtundneunzigeindrittel reichen den von Viktor Orbans Sieg angewiderten Linksliberalen einfach nicht. Von Rod Liddle für www.Spectator.co.uk, 8. Oktober 2016




Das gute Volk von Ungarn ging am Sonntag zur Wahl und lehnte mit über 98 Prozent sogar die Aufnahme von gerade einmal ein paar hundert Migranten ab, wie es die Europäische Union gerne hätte. Bei allen Magyaren über 35 muss dieses Ergebnis ein paar dunkle Erinnerungen geweckt haben. Sie werden sich erinnern, dass diese Art von Wahlergebnis früher einmal die Norm war und nicht die Ausnahme. Tatsächlich gewann die Sozialistische Arbeiterpartei die Wahlen im Jahr 1985 mit 98,8 Prozent der Stimmen - und selbst das war etwas enttäuschend, da sie 1980 sogar 99,3 Prozent abräumten. Bei beiden Gelegenheiten erhielt die regierende Partei selbstverständlich Hilfe von der Abwesenheit von Alternativen auf dem Stimmzettel. Es war eine Art von staatlichem Diebstahl und Unterdrückung, wofür es in unserem Land tatsächlich Politiker und Journalisten gab, die dies regelmässig entschuldigten.

A propos, der Guardian schaute sich das ungarische Referendumsergebnis lange und konzentriert an, biss sich auf die Lippen, nickte mit dem Kopf und schrieb dann den folgenden Einleitungssatz in seine Tiefenanalyse des Ergebnisses:

"Der ungarische Ministerpräsident scheiterte, die Mehrheit seiner Bevölkerung davon zu überzeugen, an einem Referendum teilzunehmen, bei dem es um das Schliessen der Tore für Migranten ging, wodurch das Ergebnis ungültig ist und seine Kampagne für eine kulturelle Konterrevolution in der Europäischen Union die Basis verliert."

Ich muss sagen, das reicht mir nicht ganz als Aufsummierung (wie wir im Handel sagen) der Abstimmung. Sie scheinen mir doch etwas zu ignorant zu sein gegenüber dieser interessanten 98 Prozentzahl. Dann aber muss man auch bedenken, dass die selbe Zeitung nicht allzu überzeugt war vom Ergebnis unseres eigenen Referendums, und besorgt war über die Knappheit des Ergebnisses, sowie über den unglaublichen Fakt, dass einige der "Raus" Politiker während des Wahlkampfes womöglich gelogen haben könnten. Damals fragte ich mich, was für ein Abstand beim Ergebnis hätte sie wohl glücklich gemacht? Die Antwort scheint zu sein: Nicht einmal 98 Prozent.

Linksliberale pflegen irgendwie einen sehr seletiven Blick auf die Demokratie, nicht wahr? Hätte ich ein Referendum mit über 98 Prozent der Stimmen gewonnen, während fast die Hälfte der Wähler abstimmen ging, dann wäre ich recht zufrieden - wie es auch der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban war, dem neuen Bösewicht der Pro-EU-Linken, nun da Farage sich vom Acker gemacht hat. Wie er meinte würde das Verfehlen der 50 Prozent Wahlbeteiligung das Mandat kaum verwässern, und zwar weder moralisch, noch - angesichts Orbans Parlamentsmehrheit - praktisch.

Wäre Bürgern in anderen EU Ländern als Ungarn die Referendumsfrage gestellt worden, dann vermute ich mal, wäre das Ergebnis wohl nicht ganz so überwältigend ausgefallen. Das Ergebnis hätte in den meisten flüchtlingsfreundlichen Ländern, wie Frankreich oder Schweden, wohl so um die 60 Prozent gelegen und irgendwo in den 70ern in Griechenland, der Slowakei und Polen. Bei diesen geratenen Zahlen beziehe ich mich auf kürzliche Umfrageergebnisse aus den genannten Ländern. Es wäre also nicht eine so massive Feindlichkeit gegenüber der Politik, wie man sie in Györ oder Debrecen vorfindet, aber es ergäben sich noch immer sehr deutliche Mehrheiten gegen noch mehr Migranten.

Interessanter als diese Zahlen sind die Veränderungen, die es in Westeuropa im Verlauf von nur einem Jahr gab. Im Jahr 2015 war die Mehrheit der Schweden noch immer davon überzeugt, dass Migranten ihr Land zu einem besseren Ort zum leben gemacht haben, eine Art pulsierendes und aufregendes Smorgasbord voller wunderbarer kleiner Menschen, welche es schaffen, diese darbenden Nordlichter mit ihren exotischen Gepflogenheiten und ihrer ehrenwerten Armut zum leuchten zu bringen.

Kürzlich haben sie nun ihre Meinung geändert, begriffen plötzlich, das einige Teile dieses Smorgasbord irgendwie ein bisschen vergewaltigerisch drauf zu sein scheint und andere Teile in genau dem Moment explodieren, wenn man sie sich in den Mund schieben will. Überall in Europa geht die Entwicklung nur in eine Richtung. Es gibt nun eine weitverbreitete Aversion gegen die unbegrenzte Migration und ebenfalls gegen überhaupt mehr Migranten.

Aber wie es immer der Fall ist bei Linken, so war es der plötzliche Einbruch der Realität, der ihre Einstellung fundamental veränderte. Kann ziemlich nervig sein, Realität. Und bemerkenswerterweise hat sich diese Änderung durchgesetzt, obwohl sowohl nationale als auch EU Politiker ununterbrochen Politiker oder politische Parteien verteufeln und tatsächlich auch verfolgen, die es wagen, sich gegen diese „Alle Rein“ Politik auszusprechen, wie es in Polen oder Ungarn zu beobachten ist. Man könnte erwarten, dass sich die Gefühlslage gegen Migranten und Migrantenquoten weiter aufbauen wird, bis alle Länder Ansichten vertreten, die sich nicht allzu sehr von denen in Ungarn unterscheiden. Letztes Jahr wars „Je Suis Charlie!“. Nächstes Jahr ist es vielleicht schon „Magyar Vagyok!“

Gleichzeitig geht das Geschei bei uns weiter. Beim Labour Parteitag behauptete Diane Abbott, dass die Brexit Entscheidung zu weitverbreiteten Gewalttaten gegen Ausländer führte, was natürlich nicht stimmt. Sie sagte, dass Menschen, die sich gegen die grenzenlose Personenfreizügigkeit aussprechen, würden ganz einfach nicht gerne Ausländer ansehen. Das ist eine epochale Fehleinschätzung sowohl der Wahrheit, als auch der Gründe, weshalb die Wähler gerne hätten, dass die Migration zumindest rigoros kontrolliert wird.

Die Wahrheit ist, dass es – wie Fraser Nelson es ausdrückte – verschwindend wenige Gewalttätigkeiten gegenüber Neuankömmlingen gibt, und zwar egal wo diese herkommen. Und die Meinungsumfragen unterstützen diese These. Lord Ashcrofts Umfrage, die nicht lange nach dem Brexit Referendum durchgeführt wurde ergab, dass es seitens Raus Wähler keine Animositäten irgendeiner Art gegen über Migranten gibt, sondern einfach nur eine ehrliche Sorge über die schiere Masse der Hereinströmenden und der möglichen Überlastung der Infrastruktur.

Die Menschen sind nicht so dumm wie Dianne Abbott meint: Tatsächlich sind eher sie weniger dumm als Dianne Abbott. Sie ist eine jener EU-Drinnebleiber, die sich offenbar nichr nur nach katastrophalen Finanznachrichten sehnt, von denen es bislang keine gab, sondern auch nach einem interethnischen Streit - und alles nur, damit sie endlich recht hat. Allerdings ist es nicht leicht, sich auch nur an einzige Gelegenheit zu erinnern, bei der sie recht hatte. Und diesmal liegt sie sicherlich falsch.


Im Original: We’ll all be Hungary soon if the ‘let ‘em all in’ brigade don’t shut up
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