Dienstag, 22. November 2016

"Es war wie ein verdammtes Exekutionskommando" - Trump hat Wutanfall bei einem Hintergrundgespräch mit Medienchefs

Falsches Pferd..

Von Tyler Durden für www.ZeroHedge.com, 22. November 2016

Heute haben wir bereits über ein "Treffen" berichtet, das von Trumps Kampagnenmanagerin Kellyanne Conway organisiert wurde, und bei dem die Chefs und Hauptmoderatoren der großen US Medienkonzerne anwesend waren, etwa CNN Präsident Jeff Zucker, ABC News Präsident James Goldston, die beiden Fox News Präsidenten Bill Shine und Jack Abernethy und NBC News Präsidentin Deborah Turness, die sich allesamt bei Donald Trump in seinem Penthouse im Trump Tower für ein Hintergrundgespräch einfanden.

Dank der New York Post (NYPost) verfügen wir über die gesamte Liste des Medientreffens mit Trump: Bei dem einstündigen Treffen war das gesamte Spitzenpersonal der Nachrichten- und Kabelkanäle anwesend. Unter den Anwesenden waren neben den oben genannten auch Lester Holt und Chuck Todd von NBC, von ABC waren George  Stephanopoulos, David Muir und Martha Raddatz dabei, CBS schickte Norah O’Donnell John Dickerson, Charlie Rose, Christopher Isham und Gayle King, von Fox News waren Bill Shine, Jack Abernethy, Jay Wallace und Suzanne Scott anwesend, und dazu noch Phil Griffin von MCNBC und Erin Burnett von CNN.

Was genau besprochen wurde war zunächst unklar.

Nun aber wissen wir dank der NYPost und Politico, dass der gewählte Präsident "bei einem Hintergrundgespräch mit den großen Medienkonzernen einen Wutanfall hatte."

Eine Quelle teilte der NYPost mit:
 "Es war wie ein verdammtes Exekutionskommando."

Laut der Zusammenfassung des Gesprächs durch die NYPost war es so, dass:

"Trump begann mit Jeff Zucker, dem er sagte 'Ich hasse deinen Sender, jeder bei CNN ist ein Lügner und du solltest dich schämen..'.

Das Treffen war eine absolute Katastrophe. Die Senderchefs und Hauptmoderatoren gingen in der Annahme hin, dass es um ihren Zugang zur Trumpregierung ging, anstattdessen aber bekamen sie eine für Trump typische Abreibung."

Eine zweite Quelle bestätigte den Vorgang. Die NYPost fügt ab, dass:

"Das Treffen fand in einem großen Konferenzraum statt, in dem etwa 30 bis 40 Personen versammelt waren, darunter die Hauptnachrichtenmoderatoren aller Sender..

Trump meinte immer wieder 'Wir sind in einem Raum voller Lügner, dieser hinterlistigen, unehrlichen Medien, die alles falsch machen'. Er nannte Jeff Zucker namentlich und sagte unverholen, alle bei CNN seien Lügner und CNN sei ein Lügensender.

Trump sprach den Namen Katy Tur nicht aus, redete aber von einer weiblichen NBC Korrespondentin, die alles falsch machte, dann wütete er gegen eine furchtbare Nachrichtenkorrespontin, die eine der Debatten moderierte und am Ende heulte, als Hillary verlor - gemeint war Marta Raddatz, die ebenfalls anwesend war.

Gayle wehrte sich nicht, fragte aber 'Wie schlagen Sie vor, dass wir Medien mit ihnen arbeiten sollen?' Auch Chuck Todd stellte einige ziemlich präzise Fragen. David Muir frage, wie er damit zurechtkommen will, wenn er in Washington lebt, während seine Familie in New York bleibt. Es war ein furchtbares Treffen."

Politico nennt weitere Details, wonach "Trump sich über Fotos von ihm beschwerte, die von NBC verwendet wurden und die er unschmeichelhaft fand, wie die Quelle sagte. Laut Quelle wandte Trump sich auch direkt an die Präsidentin von NBC News Debroah Turness und sagte ihr, dass ihr Sender nicht eine einzige positive Meldung über ihn brachte, stattdessen hätten sie 'dieses Bild von mir' genommen und machte dabei ein Doppelkinn. Turness antwortete, dass sie zur Zeit ein 'sehr nettes' Bild von ihm auf ihrer Internetseite hätten."

Da das Treffen ein Hintergrundgespräch war, heisst das auch, dass die Teilnehmer amüsanterweise nicht in der Lage sind über die Inhalte des Gesprächs zu reden und damit wahrscheinlich auch nicht in der Lage sein werden, den Bericht in der NYPost zu bestätigen oder abstreiten.

Politicos Zusammenfassung der Veranstaltung las sich etwas weniger dramatisch:
Die New York Post stellte das Treffen am Montag nachmittag als viel aufgehitzter dar und verwies auf das Zitat einer Quelle, die sagte, die Veranstaltung sei wie ein "verdammtes Exekutionskommando" gewesen. Die NYPost sagteauch, dass Trump die CNN Journalistn als "Lügner" bezeichnete, die sich "schämen sollten". Die Quelle, die mit Politico sprach beschrieb das Treffen als weniger intensiv und sagte, die Diskussion beinhaltete auch die Möglichkeiten eines "Neuanfangs" der turbulenten Beziehungen zwischen dem gewählten Präsidenten und den Medien, und dass alles, was er will "Fairness" sei.

Auf die Frage eines Senderchefs, wie er Fairness definiert sagte Trump einfach: "Die Wahrheit." Aber abgesehen von einigen spannungsgeladenen Momenten zu Beginn, so die Quelle, war das Treffen überwiegend von Inhaltlichem geprägt.

Politico fügt auch an, dass Trump am Tisch die Unterstützung seines Staabschefs Reince Priebus und der Kampagnenmanagerin Kellyanne Conway hatte und sich auch über den für ihn nervigen Pressepool beschwerte, sowie auf Beschwerden reagierte, als er letzte Woche die Presse ignorierte, als er mit seiner Familie essen ging, nachdem der Presse mitgeteilt wurde, dass er den Abend nichts mehr zun würde. Priebus versicherte den Anwesenden, dass die Thematik mit dem Pressepool geregelt würde und sich alles ergeben werde.

Andere Anwesende auf Trumps Seite waren der Chefstratege Stephen Bannon, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, Sprecher Jason Millner und der republikanische Chefstratege und Kommunikationsdirektor Sean Spicer.

Auf die Bitte um einen Kommentar wies Millner auf die nach dem Treffen von Conway gemachten Kommentare gegenüber Politico, in denen sie den Willen bekräftigte, dass in der Beziehung zu den Medien eine neue Seite aufgeschlagen werden soll. Conway sagte:

"Es gab keinen Grund, die Beziehungen zu reparieren.

Es war sehr aufrichtig und herzlich. Es war offen und ehrlich. Ich finde, es ist großartig den Knopf für einen Neustart zu drücken."

Conway äußerte sich am Monag noch zum NYPost Artikel und meinte:

"Er hatte keinen Wutanfall."

Auch wenn man subjektiv unterschiedliche Einrücke über die Stimmung des Treffens haben kann, so ist eines klar: Trumps Versuch für einen "Neustart" wird von den Medien irgnoiert werden, da sie diese Art von Behandlung nicht gewohnt sind, selbst wenn die "nettere und sanftere" Version von Politico die Dinge besser wiedergegeben hat.

Es bedeutet auch, dass das, was bereits ein konventioneller Krieg war zwischen verschiedenen US Medienorganisationen und Trump sehr leicht in einen Atomkrieg ausarten könnte.


Im Original: Trump "Exploded" At Media Execs During Off-The-Record Meeting: "It Was A F--king Firing Squad"