Sonntag, 30. Oktober 2016

Huma Abedin schwor unter Eid, dass sie "alle Geräte" mit E-Mails des Außenministeriums an das FBI gab

Die Kriminelle und das Biest

Das FBI fand auf einem Computer in Abedins Haus E-Mails, die in Verbindung mit der Clinton Ermittlung stehen. Das passt allerdings nicht zu dem, was sie diesen Sommer unter Eid aussagte. Von Jackie Kucinich für www.TheDailyBeast.com, 29. Oktober 2016

In einem normalen Wahljahr würde eine normale Gehilfin, die sich so nahe an einem normalen Kandidaten bedindet, und die so nahe am Wahltag so eine so große Peinlichkeit verursacht hat, so schnell wie möglich entfernt werden, um nicht zur Ablenkung zu werden.

Huma Abedin aber ist nicht nur eine nahe Gehilfin, sie ist ein kritisches Mitglied in Hillary Clintons innerem Zirkel, der die zutiefst fehlerhafte und geheimniskrämerische demokratische Kandidatin beschützt - und manchmal - vorwärts bringt.

Daher stellte Clintons Kampange am Samstag auch klar, dass sie - trotz FBI Direktor James Comeys Ankündigung, dass die Behörde alle E-Mails durchgehen wird, die aus Abedins Zeit im Außenministerium stammen und auf einem Computer gefunden wurden, der ihrem baldigen Ex-Ehemann Anthony Weiner gehört (der sich Vorwürfen ausgesetzt sieht, mit einer 15 jährigen aus North Carolina Sexmittelungen ausgetauscht zu haben) - gar nirgends hingehen wird.

Der Leiter von Clintons Kampagne John Podesta teilte Journalisten bei einer Telefonkonferenz mit, dass Abedin gegenüber den Ermittlern nichts anderes als kooperativ war und letzten Sommer im Rahmen einer von Judical Watch eingereichten Klage eine stundenlange Aussage gab. Podesta sagte:

"Es gab nichts, was sie getan hat, von dem wir annehmen müssen, das in Bezug auf diese Ermittlung fragwürdig war.. wir stehen voll hinter ihr."

Die neue Information aber, wonach das FBI E-Mails mit Bezug zum Außenministerium auf ihrem Privatlaptop fand lässt die Frage aufkommen, ob Abedin tatsächlich alle ihrer Geräte übergeben hat, über die sie während ihrer Zeit im Außenministerium E-Mails verschickte und erhielt.

Am 28. Juni 2016 sagte Abedin bei ihrer Aussage unter Eid aus, dass sie alle Geräte durchgegangen ist, auf auf denen Regierungsarbeit gespeichert war und übergab die Aufzeichnungen dann an das Außenministerium. (Diese Aufzeichnungen wurden dann vom FBI durchleuchtet.) Die Anwältin Ramona Cotca von Judical Watch fragte sie:

"Wie gingen Sie vor beim Suchen nach den Aufzeichnungen, die in ihrem Besitz waren und dann wieder an das Außenministerium gingen?"

Abedin antwortete mit:

"Ich schaute nach allen Geräten, die Arbeitspapiere des Außenministeriums enthalten haben könnten und übergab sie - übergab sie - gab sie meinen Anwälten, damit sie diese nach relevanten Dokumenten durchgehen konnten. Ich gab ihnen Geräte und Papiere."

Cotca fragte Abedin dann spezifisch nach den Geräten, die sie ihren Anwälten gab. Abedin sagte:

"Wenn ich mich richtig erinnere waren es zwei Laptops, ein BlackBerry und einige Akten, die ich in meiner Wohnung fand."

Sie fügte hinzu, dass der BlackBerry verbunden war mit ihrem Konto bei Clintonemail.com.

Abedin führte weiter aus, dass sie "im Prozess nicht involviert war", bei dem es darum ging die Dokumente und Geräte auszuwählen, die an das Außenministerium gehen sollten.

"Ich gab ihnen [ihren Anwälten] die Geräte und das Material und bat sie darum, alles herauszusuchen, was sie als relevant und angemessen erachten würden, was immer sie als Bundesaufzeichnung erachteten, und das machten sie dann. Sie haben das Material dann eingereicht und ich weis, dass sie das taten.."

Abedin wurde gefragt, ob sie ihre Zugangsdaten und andere Zugriffsrechte ihres "Clintonemail.com" Kontos weitergab, damit ihre Anwälte ein Auge auf "all diese E-Mails werfen konnten, die sich auf dem Konto befanden" und Abedin bejahte dies.

Auf Nachfrage, wie sie sich sicher sein konnte sagte Abedin:

"Ich kann die Frage nicht beantworten."

Abedin sagte, ihr Vorgehen bestand darin, dass sie sich "die längste Zeit ihrer Arbeit" auf ihre E-Mailadresse des Außenministeriums verliess und über ihren Laptop und ihr BlackBerry darauf zugriff, anerkannte aber auch, dass ihr privates Konto im Grunde genommen ebenfalls ein Geschäftskonto war. Sie gab zu Protokoll:

"Ganz ehrlich, ich benutzte diese für Familienangelegenheiten mit den Clintons und auch für meine private Korrespondenz."

Abedin half von Beginn an beim Einrichten einer privaten E-Mailadresse für Clinton, als diese ihre Position als Außenministerin antrat, wie sich aus den E-Mails des Außenministeriums herauslesen lässt. In einer E-Mail schrieb Clinton am 12. November 2010 an Abedin:
".. Ich will kein Risiko eingehen, dass privtes zugänglich wird."

Nach diesem Austausch gefragt sagte Abedin, dass ie Clintons Worte so interpretierte, dass die Außenministerin hoffte, dass ihre Privatangelegenheiten "für niemanden zugänglich sein würden." Abedin sagte:

"Ich nehme an, dass jeder mit einer privaten E-Mail Adresse nicht will, dass die privaten Inhalte von Dritten gelesen wird."

Auf die Frage, ob die Entscheidung mit dem Ziel getroffen wurde, einer Veröffentlichung über das Informationsfeiheitsgesetzes zuvorzukommen antwortete Abedin:

"Das glaube ich absolut nicht, nein."

Als ihr gesagt wurde, dass sie ihre Clintonemail.com Adresse für "Angelegenheiten des Außenamts" verwendete widersprach Abedin nicht. Sie sagte:

"Ja. Es gab Gelegenheiten, bei denen ich das getan habe, richtig."

Abedin aber sagte, dass sie die E-Mails nur selten löschte, weder bei ihrem offiziellen Konto beim Außenministerium, noch bei ihrem persönlichen Huma@Clintonemail.com.

"Mein Vorgehen beim Clinton Konto war vergleichbar mit dem bei meinem Außenamtskonto, das darin bestand alles drin zu lassen - also im Posteingang und ich habe dann ein neues E-Mail Konto eingerichtet, als das Büro für ihre Zeit nach dem Außenministerium eingerichtet war. Und ich war - ich habe die Clinton E-Mail Adresse dann nicht mehr länger verwendet."

Abedin fügte an, dass sie kurz vor dem Verlassen des Außenministeriums ihr Clintonemail.com Konto "aufgab", konnte sich aber "nicht erinnern, wie viele [E-Mails] es waren... ich erinnere mich sicherlich nicht, wie viele da drauf waren - also auf dem Konto. Ich habe alles einfach da gelassen - also auf dem System, nehme ich an."

Es scheint, dass Abedin jene E-Mails auf ihren Computern und dem BlackBerry von der Regierung ansammelte, von denen sie annahm, dass sie automatisch gelöscht werden.

"Die E-Mails im System des Außenministeriums waren auf meinem Computer und ich wusste nicht, was ich sonst damit tun sollte, als die Sachen einfach drinne zu lassen die sich dort angesammelt haben.

Bei meinem BlackBerry habe ich eine Obergrenze überschritten, ich dachte sie wurden automatisch gelöscht. Ich bin nicht... hingegangen und habe meine State.gov E-Mails gelöscht. Sie waren einfach auf meinem Computer."

Abedin sagte, sie behielt keine Ausdrucke irgendeiner Korrespondenz, die sonstwo möglicherweise gelöscht wurde oder verloren ging.

"Ganz ehrlich, ich wünsche ich hätte damals daran gedacht. Wie ich schon sagte, ich war nicht perfekt. Ich versuchte, all meine Arbeitssachen über State.gov zu erledigen. Und ich glaube auch, das war für die Mehrheit der Sachen der Fall.

Und bei vielen Gelegenheiten, bei denen ich die Clinton E-Mail verwendete geschah das, weil ich etwas vom State.gov Konto auf das Clinton E-Mail Konto weitergeleitet hatte, und bei anderen Gelegenheiten habe ich mit jemandem über das Clinton Konto gesprochen, der selbst ein State.gov Konto hatte und dann ging das ganz eben so rum. Ich habe mein bestes getan alles richtig zu machen. Ich habe nie Dokumente ausgedruckt."

Abedin wurde gefragt, ob sie "irgendwelche Bedenken" habe, weil Clintin einen privaten E-Mail Server für Angelegenheiten des Außenministeriums verwendete. Sie sagte dazu:

"Ich nahm an, dass es legal war.

Wir haben nicht darüber nachgedacht."

Judical Watch fragte weiter, warum niemand jemanden im Außenministerium dazu befragte, der für die Akteneinlagerung zuständig ist.

"Wir alle wünschen uns, wir könnten zurückgehen und es besser machen."

Ein Wunsch, der nun, 10 Tage bevor die Wähler ihre Entscheidung über das Schicksal ihrer Chefin treffen, nur noch größer sein muss.


Im Original: Huma Abedin Swore Under Oath She Gave Up ‘All the Devices’ With State Dept. Emails