Sonntag, 23. Oktober 2016

Bis zu 90 Prozent der abgelehnten Asylbewerber werden nicht aus Österreich abgeschoben

Afrika: Bald schon eine Großstadt

Laut Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) werden sie nicht abgeschoben, weil sich ihre Herkunftsländer weigern, sie wieder zurückzunehmen. Für www.TheLocal.at, 19. Oktober 2016

Er sagte, das Problem sei insbesondere bei Migranten aus afrikanischen Ländern akut:


"Momentan macht es keinen großen Unterschied ob jemand einen positiven oder negativen Asylbescheid bekommt, da wir bei 80 bis 90 Prozent aller Fälle nicht in der Lage sind der Entscheidung Folge zu leisten."

Er fügte an, das Problem ist dringlich, da geschätzt wird, dass sich die Bevölkerung Afrikas "bis 2050 verdoppeln wird", und die Menschen weiterhin versuchen werden vor Armut und Verfolgung zu fliehen.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) stimmt ihm zu:

"Wir werden mit diesem Migrationsthema leben müssen.. und das für Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte."

Sobotka unterstützt das Umsiedelungsmodell, bei dem die EU Länder Flüchtlinge aus den UNHCR Lagern in Konfliktregionen auswählen könnten, um sie dann nach Europa umzusiedeln. Dieses Umsiedelungssystem wird von Australien, den USA und Kanada angewandt.

Im Juli 2015 einigten sich die EU Mitgliedsländer darauf, innerhalb von zwei Jahren 22.000 Flüchtlinge direkt aus den Konfliktgebieten aufzunehmen. Damals sagte Österreich zu, dass es über dieses System weitere 400 Flüchtlinge aufnehmen würde, allerdings hat bislang keine einzige Person über diesen Weg nach Österreich gefunden.

Nachdem die Migrationskrise letztes Jahr einen Höhepunkt erreichte wurden die EU Mitgliedsländer zunehmend zurückhaltend bei der Aufnahme weiterer Migranten und einige führten Begrenzungen ein. Letztes Jahr wurden in Österreich pro Kopf die zweitmeisten Asylanträge gestellt, weswegen die maximale Anzahl der Anträge für dieses Jahr auf 37.500 begrenzt wurde.


Im Original: Up to 90 percent of failed asylum seekers 'not deported'